Ein Blick über die Schulter: So arbeiten Eric Stranzenbach und sein digitaler Malerbetrieb

Ein Blick über die Schulter: So arbeiten Eric Stranzenbach und sein digitaler MalerbetriebWenn Schimmelexperte und Sachverständiger Eric Stranzenbach aus Wiehl seine Baustellen betritt, ist alles schon im Fluss – und zwar im digitalen Datenfluss. Der umtriebige Malermeister arbeitet nicht nur durch und durch strukturiert, sondern setzt in seinem Betrieb auch modernste Werkzeuge ein, die seine Betriebsabläufe jeden Tag aufs Neue besser werden lassen. Eric Stranzenbach führt einen digitalen Malerbetrieb. Was das genau ist, hat er Malerblog.net erzählt. 

Herr Stranzenbach, Sie beschreiben sich selbst als „digitalen Malerbetrieb“. Was bedeutet das für Sie?
Bei mir greifen alle Abläufe im Tagesgeschäft, also alle anfallenden Prozesse im Unternehmen, Hand in Hand. Alles ist digital miteinander vernetzt. Dadurch spare ich extrem viel Zeit und habe immer einen perfekten Überblick über alle Baustellen. Ich habe quasi eine komplett digitale Betriebsorganisation, die vom Büro auf die Baustelle läuft und dann wieder zurück ins Büro.

Wie muss ich mir das in der Praxis vorstellen? Geben Sie mir ein Beispiel.
Wenn ich zum Beispiel zu einer Schimmelsanierung gerufen werde, schaue ich mir natürlich zunächst den Schimmelschaden genau an. Dann greife ich gleich zu meinem Tablet, zeichne eine Skizze und erstelle noch auf der Baustelle mein Aufmaß und mein Angebot. Dabei messe ich nur, die Software nimmt mir die ganze andere Arbeit ab. Die Daten werden sofort ins Büro übertragen. Wenn ich ins Büro komme, ist alles schon längst da. Ich überfliege nochmal kurz das Angebot, mach‘ vielleicht noch eine Änderung und schick das Angebot gleich zum Kunden.

Stranzenbach erfasst Aufmaß und Angebot schon auf der Baustelle

Stranzenbach erfasst Aufmaß und Angebot schon auf der Baustelle

Klingt gut. Und dann?
Dann bekomm ich hoffentlich den Auftrag und dann geht’s erst richtig los. Mit meiner Software plane ich meine Mitarbeiter auf die unterschiedlichen Baustellen ein. Die Information, auf welchen Baustellen sie eingeplant sind, sende ich meinen Mitarbeitern direkt auf ihre Smartphones. Zudem bekommen sie Zeitvorgaben, damit sie genau wissen, was sie in welcher Zeit schaffen müssen. Und damit ich genau weiß, was auf den Baustellen läuft und ob alles passt, erfassen alle Mitarbeiter Zeiten und Arbeitsschritte in ihre Smartphones. Jede Buchung kommt sofort zu mir ins Büro. Das ist wirklich super, weil ich so nämlich immer weiß, was auf den einzelnen Baustellen läuft.

Und das klappt? Ist das nicht sehr aufwändig?
Überhaupt gar nicht. Es ist die beste Arbeitsweise überhaupt. Meine Mitarbeiter müssen keine Stundenzettel mehr schreiben. Und ich bekomme ganz automatisch jede Information über die Baustelle, die ich brauche – und zwar ohne irgendeinen Zusatzaufwand. Ich sehe sofort, ob Baustellen nach Plan laufen, ob ich Geld verdiene und was meine Mitarbeiter leisten. Durch diese Prozesse, die alle ineinander greifen, gewinne ich viel freie Zeit, weil ich viel weniger koordinieren muss.

Freie Zeit? Hört sich ziemlich untypisch an für einen Maler.
Stimmt aber. Ich bin durch meine Arbeitsweise viel schneller als früher und kann die gewonnene Zeit sinnvoll nutzen, zum Beispiel für die Kundenbetreuung oder um neue Aufträge an Land zu ziehen. Und auch hier bin ich mit meinem Tablet unterwegs. Alle wichtigen Kundendaten wie Adresse, Telefonnummer, Angebote und Rechnungen sowie meinen Terminkalender habe ich auf meinem Tablet immer bei mir. Das hilft mir beim Kundengespräch. So kann ich mit dem Kunden das Angebot durchsprechen und mir auch gleich Notizen oder Fotos machen. Meine Notizen, Fotos, neu vereinbarte Termine landen dann wiederum sofort im Büro – dort wo sie hingehören.

Und mit welchen digitalen Werkzeugen setzen Sie das alles um?
Ich arbeite mit den Softwarelösungen von C.A.T.S.-Soft. Mein Aufmaß im Innenbereich mache ich mit CATSmobil 3D. Fassadenaufmaße mache ich mit BILDaufmaß, je nach Auftrag bekommt der Kunde dann auch einen Farbvorschlag. Kundenakten, Terminkalender und Checklisten habe ich immer in der App VerA bei mir. VerA steht übrigens für „Vernetztes Arbeiten“ und genau das ist es, was meinen Betrieb ausmacht. Alle Informationen laufen zentral in der betriebswirtschaftlichen Maler-Software C.A.T.S.-WARICUM zusammen. Bei mir geht es nämlich nicht nur darum, schnell ein Angebot oder eine Rechnung zu schreiben, ich koordiniere mit meiner C.A.T.S.-Software mein komplettes Tagesgeschäft und alle Abläufe im Unternehmen. Gerade die Baustellensteuerung, die Einsatzplanung und natürlich die Zeiterfassung sind da ganz wichtige Komponenten.

Vielen Dank für das Gespräch.


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