Unternehmenserfolg planen: Nur wer das Ziel kennt, kann es treffen.

Unternehmenserfolg planen: Nur wer das Ziel kennt, kann es treffen. Wann ist ein Mensch erfolgreich? Er ist dann erfolgreich, wenn er seine selbst gesetzten Ziele erreicht hat. Also: Erst das Ziel, dann der Erfolg. Was bedeutet diese Erkenntnis für Maler- und Stuckateurbetriebe? Was ist das Ziel? Was der Erfolg?

Nicht von Äußerlichkeiten „verführen“ lassen
Erfolg ist kein subjektives Gefühl des Betriebsinhabers. Erfolg wird auch nicht durch die Wahrnehmung Außenstehender bestimmt. Oder anders ausgedrückt: Ein „dickes“ Chef-Auto vor der Tür, ein neues Betriebsgebäude, prestigeträchtige Aufträge, viele Firmenwagen oder viele Mitarbeiter lassen nicht zwangsläufig auf ein erfolgreiches Unternehmen schließen. Oft trügt der Schein. Und so sind Chef-Auto und Firmenwagen geleast, die Löhne werden aus dem Kontokorrent gezahlt, das neue Betriebsgebäude gehört quasi der Bank und der prestigeträchtige Auftrag ist zwar abgewickelt, aber vom Kunden noch längst nicht bezahlt. Alles kein Grund zur Freude. Ein erfolgreiches Unternehmen sieht anders aus.

Erfolg ist meßbar
Was unterscheidet die gewerbliche Tätigkeit eines Handwerkers von einem Hobby, einer Liebhaberei oder einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung? Ganz einfach. Wer ein Gewerbe betreibt, tut dies nicht zum reinen Selbstzweck. Er will mit dem Betrieb mehr verdienen als zur Deckung der betrieblichen Kosten erforderlich ist. Ein Gewerbe wird schlichtweg zum Zweck der Gewinnerzielung betrieben.

Gewinn ist das Ziel
„Gewinn“ ist also das Ziel, auf das der Betriebsinhaber hinarbeitet. Und wer Gewinn macht, hat alles richtig gemacht. Er hat Erfolg. Im Umkehrschluß heißt das: Wer mit seinem Betrieb keinen Gewinn erzielt, ist auch nicht erfolgreich. Er lebt entweder von der Substanz seines Betriebs oder hält sich mit Fremdkapital über Wasser. In beiden Fällen lebt er über seine Verhältnisse und muß schleunigst einen Kurswechsel einleiten.

Erfolgreich sein und erfolgreich bleiben
Aber auch Betriebe, die regelmäßig in der Gewinnzone sind, müssen wachsam sein. Politische Eingriffe, internationale Entwicklungen sowie sich ändernde Märkte fordern den Unternehmer. Er muß immer am Puls der Zeit bleiben und kann sich auf seinen Lorbeeren nicht ausruhen. Er muß vorausschauend Handeln und seinen Betrieb so aufstellen, daß er auch aufziehende Krisenstürme leicht bewältigen kann. Bei Sonnenschein segeln können viele „Kapitäne“, bei schlechtem Wetter und Sturm aber nur ganz wenige.

Eigenkapitalquote stärken
Betriebe, die über eine angemessene Eigenkapitalquote verfügen, haben es da wesentlich leichter. Sie können unvorhersehbaren Wirrungen der Finanzmärkte und der Wirtschaftspolitik trotzen und die eine oder andere kleine Krise leichter überstehen. Während im Handwerk allgemein der Anteil schwach kapitalisierter Betriebe tendenziell zurückgeht, finden sich im Ausbauhandwerk leider überdurchschnittlich viele kapitalschwache Betriebe. So weisen im Ausbaugewerbe immerhin 38,4 Prozent der Betriebe eine Eigenkapitalquote von unter 10 Prozent aus. Nur jeder dritte Betrieb im Ausbauhandwerk verfügt über eine Eigenkapitalquote von mehr als 20 Prozent. Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis kommt die Studie „Wirtschaftslage Handwerk, Frühjahr 2015“ der Creditreform. Sie rät den betroffenen Betrieben dringend dazu „vor allem im Hinblick auf eine mögliche Konjunkturabschwächung im Bausektor mehr auf eigenkapitalbildende Maßnahmen“ zu achten. Betriebs- und Kostenstrukturen gehören in jedem Betrieb stets auf den Prüfstand.

Mit Investitionen Vorsprung sichern
Wer seinen Maler- oder Stuckateurbetrieb zukunftsfähig machen oder erhalten will, darf nicht auf Investitionen verzichten. Jeder Betrieb hat es in der Hand, seine eigene Zukunft zu gestalten und seinem Wettbewerb eine Nasenlänge voraus zu sein. Vorausschauendes Handeln ist hier gefragt. Orientiert am Bedarf des Betriebs lohnen sich neben Investitionen in Gebäude, Maschinen, Geräte, Software auch Investitionen in Know-How, Personal, Marketing und vieles mehr. Immerhin gut die Hälfte (52,6 Prozent) der im Rahmen der Creditreform-Studie befragten Handwerksbetriebe hat ein Investitionsvorhaben angekündigt. Doch das Ausbauhandwerk bildet auch hier das Schlußlicht. Mit nur 49,1 Prozent zeigt das Ausbauhandwerk die niedrigste Investitionsbereitschaft. Das muß sich ändern. Wer dauerhaft am Markt erfolgreich sein will, muß sinnvoll investieren. Und hier ist vor allem ein Grundsatz zu beherzigen: Wer in guten Zeiten investiert, wird in schlechten Zeiten davon profitieren können. 

Märkte beobachten und reagieren
Märkte ändern sich. Was heute noch „in“ war, kann morgen schon „out“ sein. Hier heißt es auch für Betriebsinhaber, Augen und Ohren offen halten und den Betrieb den Marktgegebenheiten anpassen. Werfen wir einen kurzen Blick auf die energetische Sanierung. Von der Bundesregierung wurde jüngst die Ende letzten Jahres mit viel Tamtam angekündigte steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung sang- und klanglos aufgegeben. Im Fokus des neuen „Anreizprogramm Energieeffizienz“ steht die Heizungsmodernisierung. Ob sich dies auf die Nachfrage nach Wärmedämmung auswirken wird, bleibt abzuwarten. Sicher ist zumindest, die steuerliche Förderung von Gebäudesanierungen hätte die Nachfrage auch nach Wärmedämmaßnahmen befördert. Betriebe, die in den letzten Jahren verstärkt auf Wärmedämmung gesetzt haben, werden aufmerksam den Markt beobachten und frühzeitig auf ein sich änderndes Nachfragevolumen reagieren müssen. Mut zur Veränderung ist eine Stärke von erfolgreichen Unternehmern.

Ohne Qualität kein Erfolg
Qualität setzt sich durch. So lautet schon eine alte Binsenweisheit. Und sie ist wahr. Doch wer am Markt auf Dauer erfolgreich sein will, darf darunter nicht nur die qualitativ hochwertige Leistungserbringung verstehen. Diese versteht sich ohnehin von selbst. Qualitätsdenken muß sich auch in der Außendarstellung des Betriebs, im Umgang mit dem Kunden und den Mitarbeitern zeigen. Engagierte und motivierte Mitarbeiter bringen einen Betrieb voran. Daher müssen Mitarbeiter gefördert und geschult werden, fachlich und im Umgang mit dem Kunden. Wer seine Mitarbeiter kennt, weiß um ihre Neigungen, Stärken und Schwächen. Das gibt dem Unternehmer die Möglichkeit, ein Mitarbeiterteam zu formen, das mit viel Elan und motiviert sein Tagwerk verrichtet.

Marketing und Kommunikation
Mit ein bißchen Zeitungswerbung und einer Gerüstplane mit Firmenlogo ist es nicht getan. Vorausschauende Handwerksbetriebe betreiben eine ideenreiche Kundenpflege und Kundengewinnung, ein konsequentes Corporate Identity, eine innovative Pressearbeit und vieles mehr. Wer nachhaltig erfolgreich sein will, bedarf daher einer umfassenden Marketing-Strategie

Konsequentes Handeln
Ein Unternehmen zum Erfolg führen kann nur, wer in seinen Entscheidungen und seinem Handeln Konsequenz zeigt. Das fängt bei der Umsetzung der Unternehmensstrategie an und erfaßt ebenso eine konsequente Mitarbeiterführung und ein konsequentes Kundenmanagement. Als „Schaukelschorsch“ – frei nach dem Motto „heute hü und morgen hott“ – wird man seinen Betrieb nie zum Erfolg führen können.

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