Der digitale Malerbetrieb: Drei Bereiche, auf die es ankommt

Der digitale Malerbetrieb: Drei Bereiche, auf die es ankommt

Die fortschreitende Digitalisierung stellt viele Betriebe – auch gerade im Handwerk – vor große Herausforderungen und Fragen. Was genau bedeutet es ein digitales Unternehmen zu sein? Was benötigt man? Was wird allgemein erwartet? Alles Fragen, die sich viele stellen und die unbedingt beantwortet gehören. Denn wer jetzt digital gut aufgestellt ist, hat es leichter.  Es geht darum Prozesse zu beschleunigen, schneller reagieren zu können, vorteilhafter zu arbeiten und letztendlich erfolgreicher sein zu können.

Zur Digitalisierung des eigenen Unternehmens reicht es natürlich nicht aus in der Lage zu sein an einer Onlinekonferenz teilzunehmen oder geschäftliche Dinge per Email zu kommunizieren. Hier greifen unterschiedliche Prozesse ineinander. Es gibt verschiedene Parameter in einem Unternehmen, an dem sich der Grad der Digitalisierung messen lässt. In einem Betrieb gibt es zudem viele Stellen, die vom digitalen Fortschritt sehr profitieren können.

Grundsätzlich werden drei Bereiche unterschieden, an denen der Digitalisierungsgrad messbar ist: Die Außenwirkung, innerbetriebliche Abläufe und die Baustelle.

1. Außenwirkung – Marketing und Bild nach außen
Das Offensichtlichste heutzutage ist in jedem Fall eine Website. Ohne die geht es einfach nicht mehr. Wer online eine tolle Präsenz hat und sein Unternehmen und Wirken dort positiv darstellen kann, bietet potentiellen Kunden einen echten Mehrwert. Eine eigene Website ist wie ein digitaler Showroom zu sehen, der es ermöglicht Kunden einen bestmöglichen ersten Überblick zu geben, ohne dass sie dafür viel tun müssen. Und ohne, dass sie sich gleich zu erkennen geben müssen. Ein erstes, doch eher anonymes Begutachten ist für den Kunden relativ leicht möglich. Zudem hat der Betrieb die Möglichkeit das hervorzuheben, was ihn auszeichnet. Die Website ist ein Online-Schaufenster, auf das gerade in Zeiten von Corona kein Betrieb mehr verzichten kann. Eine einfachere Möglichkeit für eine positive Außendarstellung gibt es nicht. 

Ein Unternehmerprofi setzt natürlich auf einen Marketing-Mix, um sich werblich in Szene zu setzen. Dazu bedient er sich verschiedener Marketinginstrumente. Neben der Firmenwebsite werden immer noch gerne Printanzeigen geschaltet, aber auch regelmäßige Facebook-Posts und Kundenbriefe gehören dazu. Für jeden Betrieb ist es wichtig zu wissen, welches dieser verwendeten Marketinginstrumente erfolgreich war und welches nicht. Nur mit diesem Wissen, lassen sich weitere Marketingmaßnahmen erfolgreich planen. In Unternehmenslösungen integrierte CRM-Systeme helfen dem Malerbetrieb bei der Erfolgsmessung. 

2. Innerbetriebliche Abläufe – Das moderne Malerbüro
Die meisten Maler- und Stuckateurbetriebe werden sicherlich eine spezielle Branchensoftware nutzen, um damit Kundenangebote zu erstellen. Auch die Kalkulation und Auftragsabwicklung wird mit diesen Programmen durchgeführt. Doch allein die Tatsache, dass dies der Fall ist, bedeutet nicht, dass das Unternehmen digitalisiert ist. Hier ist es nämlich vor allem wichtig, wie unterschiedliche Bereiche vernetzt sind und deren Zusammenspiel miteinander funktioniert.

Stichworte wie Auftragsabwicklung, ZUGFeRD und X-Rechnung, Kunden- und Kontaktmanagement, kurz CRM genannt, digitale Plantafeln, Baustellencontrolling, Liquiditätsmanagement und Dokumentenmanagement stehen stellvertretend für eine Reihe an Funktionserfordernissen, die in einem modernen, digitalen Malerbetrieb zum Selbstverständnis gehören. Um dem Betrieb den bestmöglichen Nutzen, Workflow und Mehrwert zu erbringen, muss das Zusammenspiel funktionieren. Nur ein System, bei dem alles ineinandergreift und das Informationen, die an einer Stelle erfasst werden, an anderer automatisch nutzbar macht, kann als perfekt bezeichnet werden. 

3. Baustellen – Auf die richtige Vernetzung kommt es an
Das Maler- und Stuckateurhandwerk ist im Gegensatz zu anderen Gewerken nicht rein stationär angelegt, sondern kann als teilstationär bezeichnet werden. Maler und Stuckateure sind mobil. Sie verdienen ihr Geld auf der Baustelle. Diese Arbeitsweise muss sich natürlich auch in der betrieblichen Digitalisierung widerspiegeln. Denn tut sie das nicht und wird das Augenmerk nur auf das Büro gelegt, dann lassen sich die mit der Digitalisierung verbundenen Vorteile schlichtweg nicht realisieren. Daher sind Baustellen in modernen Malerbetrieben schon längst ein Ort, an dem digitale Werkzeuge aktiv genutzt werden. Ob zur Arbeitszeiterfassung, zur Aufmaßerstellung, zur Baustellendokumentation und vielem mehr, der Einsatz von Mobilgeräten wird zunehmend auch auf Baustellen sichtbar. Doch auch hier liegt der Teufel im Detail. Lassen sich die auf der Baustelle erfassten Daten nicht automatisch im Büro weiterverarbeitet – und zwar ganz ohne einen Medienbruch – macht diese Art der Digitalisierung nur wenig Sinn. Das Gleiche gilt natürlich auch für andere Arbeitsbereiche, die Baustellen betreffen. Digitale Materialerfassung, Geräte- und Werkzeugmanagement oder Lagerbewegungen verhelfen dem Betrieb zu automatisierten Abläufen und einer perfekten Arbeitseffizienz.

Die Vernetzung von Büro und Baustelle ist der entscheidende Faktor bei der Digitalisierung. Der digitale Maler- und auch Stuckateurbetrieb arbeitet nach genau diesen Maßgaben und kann so von den immensen Vorteilen der Digitalisierung profitieren. Ein Rädchen greift ins andere. Das ist die Digitalisierung, die Vorteile bringt. 

Software entscheidet – ein Interview mit Thomas ScheldLesen Sie auch:
Software entscheidet – ein Interview mit Thomas Scheld