Materialengpässe am Bau gehen zurück

Zum Jahresende 2021 war eine leichte Verbesserung der Materialknappheit auf den deutschen Baustellen spürbar. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Umfrage des ifo Instituts. Demzufolge haben im Hochbau im Dezember noch 31,3 Prozent der Unternehmen Lieferprobleme erlebt, im Vormonat waren es 34,5 Prozent. Im Tiefbau waren im Dezember noch 23,1 Prozent betroffen, nach 28, 7 Prozent im Vormonat. Ifo-Forscher Felix Leiss bewertet die Situation wie folgt: „Trotz der aktuellen Verbesserungen bleibt die Lage angespannt. Die Werte sind im langfristigen Vergleich immer noch außergewöhnlich hoch.“

Die Grafik verdeutlicht nochmals die dramatische Entwicklung im vergangenen Jahr mit einem sich aktuell leicht abzeichnenden Abwärtstrend. Eine derart dramatische Materialsituation gab es in den zurückliegenden 30 Jahren nicht. 

Quelle: ifo Konjunkturumfragen, Dezember 2021, ©ifo Institut

Bei Holz und bei Stahl zeichnet sich eine gewisse Entspannung ab, dennoch wurden in beiden Fällen noch Engpässe gemeldet, wie das ifo Institut berichtet. Dämmmaterial und (andere) Kunststoffprodukte bleiben jedoch weiterhin problematisch.

Die mit den Materialengpässen einhergehenden Preissteigerungen sind für die Betriebe ebenfalls nicht leicht zu stemmen. Hierzu sagt Leiss: „Die erheblich gestiegenen Materialpreise setzen die Bauunternehmen zusätzlich unter Druck. Insbesondere auf dem Hochbau planen die Betriebe, die Kosten in den kommenden Monaten an die Bauherren weiterzugeben. Aber auch im Tiefbau werden vielerorts Preisanpassungen angepeilt.“

Quelle: ifo Konjunkturumfragen, Dezember 2021, ©ifo Institut

Problematisch sind die gestiegenen Materialpreise für all jene Unternehmen, die die Preissteigerungen nicht an die Auftraggeber weitergeben können. ZDH-Präsident Wollseifer spricht sogar davon, dass der Materialmangel bei kommunalen Aufträgen oft zu Minusgeschäften führe. Gegenüber der dpa äußerte sich Wollseifer wie folgt: „Im privaten Bereich kann man immer noch mal mit dem Bauherrn sprechen und da treffen wir auch auf Verständnis. Im kommunalen Bereich, bei der öffentlichen Hand, ist das weniger der Fall. Da gibt es relativ wenig Entgegenkommen. Die wenigsten haben eine Preisgleitklausel, und laufende Verträge, die nur noch unwirtschaftlich erfüllt werden können, werden nicht angepasst. Viele Betriebe machen nun deswegen Miese.“

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