Strategiewechsel? Erfolgsfaktoren für eine Neuausrichtung

Strategiewechsel? Erfolgsfaktoren für eine Neuausrichtung

Alles ist im Wandel. Kundenwünsche ändern sich. Kundenverhalten ändert sich. Technik ändert sich. Mitarbeiter ändern sich. Produkte ändern sich. Die Konkurrenz ändert sich. Der Markt ändert sich. Unternehmen mussten sich stets den Veränderungen anpassen, um dauerhaft am Markt erfolgreich zu sein. Das eigene Geschäft zukunftsfähig auszurichten, war stets Aufgabe unternehmerischen Handelns.

Veränderungsprozesse früher und heute
Veränderungsprozesse in der Gesellschaft und im Markt gingen früher eher schleichend von statten. Eine strategische Veränderung oder Neuausrichtung wurde daher oft erst bei einem Stabwechsel in der Unternehmensleitung vollzogen. Eine neue, junge Generation übernahm das Zepter und brachte neue, auf Zukunft gerichtete Ideen mit.

Das hat sich grundlegend geändert. Digitalisierung und Globalisierung haben in den vergangenen Jahren für so rasante Veränderungsprozesse gesorgt, dass ein Zuwarten auf die nächste Unternehmergeneration das sichere Aus für viele Betriebe bedeuten würde. Diese rasante technologische und gesellschaftliche Entwicklung ist neu. Das hat zur Folge, dass jeder Unternehmer, gleich welcher Generation und welchen Alters, gefordert ist, die strategische Ausrichtung seines Betriebs regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und das Unternehmen gegebenenfalls auf einen zukunftsfähigen Kurs zu bringen. Unternehmer gleich welcher Branche, die nicht mit der Zeit gehen, Veränderungen nicht frühzeitig erkennen und sich nicht darauf einstellen, werden schnell das Nachsehen haben.

Für viele ist diese Erkenntnis bitter, denn sie bedeutet, niemand kann sich mehr auf seinen „Lorbeeren ausruhen“. Es geht nicht um das, was in der Vergangenheit geleistet wurde. Es geht um die Zukunft. Es geht darum, Geld zu verdienen, das heißt wettbewerbsfähig zu sein. Dazu wird die für den Betrieb richtige Strategie benötigt.

Indiz für überholte Strategie
Vielleicht ist die aktuelle, strategische Ausrichtung des Malerbetriebs genau die richtige. Vielleicht aber auch nicht. Dies herauszufinden, ist Aufgabe des Betriebsinhabers bzw. der Geschäftsführung. Ein Indiz für eine korrekturbedürfte Unternehmensstrategie ist der Zufriedenheitsgrad des Chefs. Ist dieser rundum mit sich, seinem Betrieb, seinem Verdienst, seinem Betriebsergebnis, seiner eigenen Work-Life-Balance, seinen Mitarbeitern und seiner Kundenbasis zufrieden, wird er nicht viel ändern müssen. Ist dies aber nicht der Fall und schlägt ihm die Unzufriedenheit schon auf den Magen, ist es für ihn Zeit, umzudenken.

Zeit zum Umdenken
Ein Malerunternehmer sollte wie jeder Unternehmer Visionen haben. So wie bei Gründung oder Übernahme des Malerbetriebs ein Jungunternehmer Visionen und konkrete Vorstellungen von seinem unternehmerischen Ziel hat, sollte auch der bereits tätige Unternehmer seine Ziele stets hinterfragen und anpassen. Warum bin ich Malerunternehmer? Was will ich im Markt bewegen? Was ist meine tragende Idee? Die Idee, mit der ich mich vom Wettbewerb unterscheide. Die Idee, die dazu führt, dass der Kunde mir und nur mir den Auftrag erteilt. Diese Gründerfragen sind auch für Bestandsunternehmen brandaktuell, wenn sie dauerhaft im Markt erfolgreich sein wollen. Es ist Chefaufgabe, darauf Antworten zu finden.

Strategisches Portfolio entwickeln
Dreh- und Angelpunkt eines Malerbetriebs ist natürlich das Leistungsportfolio. Wer glaubt, mit einem Bauchladen voller Leistungen heutzutage noch einen Oscar zu gewinnen, ist schlichtweg auf dem Holzweg. Die Frage, in welchen Geschäftsfeldern das Unternehmen tätig sein will, ist tragendes Element und Ausgangspunkt einer jeden Unternehmensstrategie. Oberste Priorität hat daher die Frage, welche Leistungen angeboten, welche Kundengruppe (zum Beispiel Privat- oder Firmenkunden, öffentliche Auftraggeber, die Generation 50plus, usw.) angesprochen oder welche Anwenderprobleme (zum Beispiel Neubau, Renovierung, Komplettbau, Badgestaltung, Schimmelsanierung, usw.) gelöst werden sollen. Natürlich steht hier auch die Frage im Raum, wie stark der Wettbewerb in den begehrten Geschäftsfeldern ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu schaffen. „Anders statt besser“ sollte der Maßstab aller Dinge sein, denn je weniger Wettbewerb vorhanden ist, desto besser sind die Voraussetzungen für eine gute Rendite.

Trends erkennen und reagieren
In all die Überlegungen sollten natürlich auch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, neue Technologien und Produkte sowie der gesellschaftliche Wertewandel mit einfließen. Ein Unternehmer muss daher nicht nur ein Visionär sein, sondern auch ein guter Beobachter. Ihm wird beispielsweise auffallen, dass nicht nur die Jugend für Klimaschutz auf die Straße geht. Auch ältere Generationen leben wesentlich umweltbewusster als noch vor einigen Jahren. Ökologisches Bauen und Renovieren liegt im Trend. Farben-, Tapeten- und sonstige Baustoffhersteller haben bereits in ihren Sortimenten Antworten auf Schlagworte wie „Wohngesundheit“ und „Nachhaltigkeit“ gefunden. Auch der Malerbetrieb wird sich auf Dauer diesem Trend nicht verschließen können. Die Technologieentwicklung ist ebenfalls rasant schnell. Betriebe, die mit dem Technologiefortschritt nicht mithalten, gelten schnell als altbacken und unmodern. Der Einsatz neuester Technologien auf der Baustelle erleichtert nicht nur die Arbeit, sondern ist auch ein wesentlicher Faktor in der Außendarstellung des Betriebs.

Mitarbeiter mitnehmen
Bei all den Überlegungen dürfen natürlich die Mitarbeiter nicht vergessen werden. Während ein Neugründer sich anhand seines Portfolios seine Mitarbeiter gezielt suchen kann, verfügt der Bestandsbetrieb bereits über Mitarbeiter. Über welche Stärken und Schwächen verfügen diese? Ist die Umsetzung einer Strategieänderung mit ihnen möglich? Müssen sie in der einen oder anderen Anwendung noch fit gemacht werden? Das alles muss gründlich überlegt und geplant werden. Es zeigt zudem, dass ein Strategiewechsel nicht von heute auf morgen erfolgen kann. Er muss geplant und gemeinsam mit den Mitarbeitern peu à peu umgesetzt werden. Die Mitarbeiter müssen zudem nicht nur über die Strategieänderung informiert, sondern auch auf dem neuen Weg mitgenommen werden. Sie müssen diesen Weg mitgehen.

Last but not least
Damit die Strategie am Ende auch zum Erfolg wird, darf natürlich die Kontrolle nicht fehlen. Die Umsetzung und die entstehenden Ergebnisse müssen überwacht werden. Hierzu bedarf es der richtigen Steuerungssysteme. Sie helfen, die strategischen Ziele im operativen Geschäft sicherzustellen. Die Digitalisierung ist daher ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für eine erfolgreiche Strategieumsetzung.