Immer einen Schritt voraus: Wie man sich als Maler von der Konkurrenz absetzt.

Wie man sich als Maler von der Konkurrenz absetzt. Wer erfolgreich sein will, muss Qualität liefern. Das weiß jeder. Und Qualität hat seinen Preis. Auch das ist kein Geheimnis. Bieten jedoch zu viele Betriebe das Gleiche an, gibt es für den Kunden keinen Unterschied mehr. Allein der Preis entscheidet dann bei der Auftragsvergabe. Es kommt zu einem scheinbar unvermeidlichen Preiskampf. Clevere Malerunternehmer umgehen genau diesen Preiswettbewerb. Sie suchen und finden neue Wege, um ihre Leistung im Markt zu platzieren.

Anders sein…
Nur wer vergleichbar ist, läuft Gefahr, sich dem Preiswettbewerb aussetzen zu müssen. Deckt sich das eigene Leistungsangebot mit dem anderer, regionaler Anbieter? Werden zur Preisverhandlung oft Wettbewerbsangebote vorgelegt? Wenn dem so ist, sollte über eine strategische Neuausrichtung des Betriebs nachgedacht werden.

Wer Marktnischen aufspürt, kann auch in traditionellen und gesättigten Märkten erfolgreich sein und entzieht sich so dem Preiswettbewerb. Allerdings geht auch hier die Umsetzung nicht von heute auf morgen. Fachwissen ist erforderlich und auch die Mitarbeiter müssen den neuen Anforderungen gewachsen sein. Der Konkurrenz davon laufen, kann also nur derjenige, der die Stärken und Schwächen seines eigenen Betriebs kennt und neue Herausforderungen anzunehmen bereit ist.   

Ein „Mehr“ an Service
Wer nicht am Leistungsangebot „schrauben“ will, sollte über zusätzliche Serviceleistungen nachdenken. Oft reicht bereits ein offensives Mehr an Service, um den Kunden vom Betrieb zu begeistern. Mit ein wenig Phantasie ergeben sich viele Möglichkeiten, die Kunden begeistern können. Ein paar Beispiele sollen dies verdeutlichen.   

„Do-it-yourself“-Support
Zahlreiche Malerbetriebe betreiben kleine Fachgeschäfte. Sie haben es schwer neben den großen Baumärkten zu bestehen, die Tapeten und Farbe zu Billigpreisen verschleudern. Aber auch Maler-Profis können mit Heimwerkern Geld verdienen. Gegenüber den Baumärkten können sie nämlich mit ihrem Fachwissen glänzen und mit Serviceangeboten trumpfen. So könnten sie in ihrem Fachmarkt Workshops für Heimwerker anbieten. Wer „Tapezier-Tipps vom Maler-Profi“ erhalten hat, wird die Tapete sicher gleich im Fachmarkt mitnehmen und wer den Workshop „Praxis-Tipps für den perfekten Holzanstrich“ besucht, wird die Holzlasur sicher nicht im Baumarkt kaufen. Ganz nebenbei können solche  Aktionen auch öffentlichkeitswirksam in der Lokalpresse in Szene gesetzt werden.

Vom Standard absetzen
Während die einen gerne selbst mit Hand anlegen, wollen andere Kunden am liebsten gar nichts von den Renovierungsarbeiten mitbekommen. Sie wünschen sich quasi Heinzelmännchen, die die ganze Arbeit über Nacht, am Wochenende oder während ihres Urlaubs für sie erledigen. Malerbetriebe, die diese zeitliche Flexibilität mitbringen, haben bei diesen Kunden schon einen Fuß in der Tür. Denn bei so manchem Chef dürften Malerbetriebe die Nase vorn haben, die für den neuen Farbanstrich seiner Büro- oder Praxisräume einen After-Work-Service anbieten. Und der eine oder andere Privatkunde freut sich sicher über den angebotenen Urlaubs-Service. Gut erholt kehrt er in seine frisch renovierten Wohnräume zurück. Kann Urlaub schöner sein?

Zahlreiche Malerbetriebe reagieren bereits auf den demographischen Wandel und auf die Bedürfnisse der älteren Kundschaft. Full-Service-Angebote bzw. Rundum-Sorglos-Pakete, die vom Aus- und Einräumen der Wohnräume, über das Reinigen von Teppichen und Gardinen bis hin zur klassischen Endreinigung gehen, sollen Senioren vor Renovierungsstress schützen. Oftmals wird diese Serviceleistung ausschließlich als Senioren-Service beworben. Ein solches Dienstleistungsangebot wird aber nicht nur von Rentnern, sondern zunehmend auch von jungen, berufstätigen Paaren im Alter 35+ geschätzt und sollte daher nicht nur auf ältere Kunden beschränkt werden.

Alles aus einer Hand
Viele Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen werden nie beauftragt, da der Kunde den mit der Umsetzung verbundenen Aufwand, ganz konkret die Koordination verschiedener Bauhandwerker, scheut. Sind unterschiedliche Gewerke an dem Projekt beteiligt, kann dies tatsächlich schnell zu einer Herausforderung für den Kunden werden. Immer beliebter werden daher Handwerks-Kooperationen, die mit ihrer Serviceleistung genau hier ansetzen. Der Kunde freut sich über nur einen Ansprechpartner, der alles für ihn organisiert und koordiniert. Und der Malerbetrieb freut sich über einen Auftrag, den er ohne die Kooperation nie bekommen hätte.

Eigene Ideen entwickeln
„Keiner kennt Ihre Kunden so gut wie Sie selbst“ – das ist nicht nur eine Tatsache, sondern auch ein Aufruf an alle Malerunternehmer etwas aus diesem einzigartigen Wissen zu machen. Welche Serviceleistung könnten die Kunden schätzen? Vielleicht liefern die hier aufgeführten Servicebeispiele erste Impulse. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich als Malerunternehmer intensiv mit dieser Fragestellung beschäftigt, wird schnell Ideen entwickeln, was er wie und wo anders machen muss, um seine Kunden zu begeistern und seinem Wettbewerber einen Schritt voraus zu sein.

Selbstvermarktung nicht vergessen
Wer seinen Kunden etwas Besonderes bietet, muss dies natürlich auch kommunizieren. An erster Stelle eignet sich  hierfür die Firmenwebsite. Hier sollte das besondere Leistungsangebot und/oder das „Mehr“ an Service deutlich präsentiert werden. Der potentielle Kunde muss sofort den Mehrwert erkennen, den dieser Malerbetrieb ihm bietet.

 

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