Das Bauträgergeschäft im Griff

Das Bauträgergeschäft im Griff mit dem Datenaustauschformat GAEBDie anhaltende Niedrigzinsphase und die steigende Nachfrage nach Wohnraum ließ in den letzten Jahren die Neubautätigkeit auf dem Land und in den Städten steigen. Neben privaten Bauherrn werden zunehmend Neubauprojekte von Bauträgern realisiert. Die Anzahl der Bauträger ist laut dem Statistik-Portal statista in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegen. Lag die Anzahl der Bauträger für Wohngebäude in Deutschland im Jahr 2011 noch bei 185, stieg sie in der Folgezeit kontinuierlich an und lag im Jahr 2016 bei 268. Das bedeutet innerhalb von fünf Jahren einen Zuwachs von knapp 45 Prozent. Der Bauboom kennt eben viele Gewinner.

Der Handwerker als Partner
Im Schlepptau der Bauträger befinden sich Planer und Handwerker. Damit die Zusammenarbeit mit dem Bauträger auch für den Malerbetrieb ein lukratives Geschäft wird, muss er von Anfang an seine Kalkulation im Blick haben und auf die Kosten schauen. Zeit ist Geld. Darauf sollte bereits in der Angebotsphase geachtet werden. Viele Bauträger haben bereits ein vollständiges Leistungsverzeichnis inklusive Massen, das sie zwecks Kostenaufstellung dem Handwerksbetrieb zukommen lassen. Hier sollte der Betrieb darauf achten, dass er das LV nicht als PDF-Datei oder in Papierform erhält. Durch das manuelle Ausfüllen oder das Abtippen des LVs, werden im Handwerksbetrieb nur unnötige Zusatzarbeiten verursacht. Das muss nicht sein und geht auch anders.

Die Königslösung: Digitaler Datenaustausch
Der Malerbetrieb sollte beim Bauträger bzw. dessen Planungsbüro das LV im digitalen GAEB-Format anfordern. Der Datenaustausch über eine GAEB-Datei ist das optimale Mittel, um das LV inklusive Massen in die eigene Unternehmenssoftware zielgerichtet zu übertragen. So ist schnell die Datenbasis für ein Angebot geschaffen.

Was ist GAEB? GAEB steht für Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen und ist das Standardformat für den Austausch von Leistungsverzeichnissen von Architekten, Planern und Bauträgern an die Bieter, also zum Beispiel Maler- und Stuckateurbetriebe, sowie der elektronischen Rückgabe von Preisangeboten vom Handwerker zu den Ausschreibenden. Das Format wird ständig weiterentwickelt. Daher empfiehlt es sich immer, das aktuelle GAEB-Format zu nutzen oder um es mit den Worten des Gemeinsamen Ausschusses Elektronik im Bauwesen treffend zu beschreiben: „Die Ausschreibungen von heute können nicht mit den Dateiformaten von gestern gewonnen werden.“ Das derzeit aktuelle Format heißt GAEB DA XML und ebnet den Weg zur modernen Datenkommunikation. Ob die dem Handwerksbetrieb übergebene Datei im GAEB DA XML Format vorliegt, lässt sich in der Regel schnell an der Dateiendung erkennen. Endungen der Form .Xnn bezeichnen aktuelle GAEB DA XML-Dateien, während .Dnn oder .Pnn die veralteten Dateiformate GAEB90 bzw. GAEB2000 darstellen.

Betriebe, die zum ersten Mal GAEB-Dateien empfangen, fragen sich oft, was die zweistellige Nummer in der Dateiendung, zum Beispiel .X83, bedeutet. Das ist ganz einfach. Diese kategorisieren die enthaltenen Daten bzw. bezeichnen die jeweilige Austauschphase. Für Malerbetriebe sind die wesentlichsten Austauschstufen die 81 (Leistungsbeschreibung), die 83 (Angebotsanforderung) sowie die 84 (Angebotsabgabe). Teilweise kann auch die Austauschphase 86 (Auftragserteilung) vorkommen. Während die Phasen 81, 83 und 86 in der Regel vom Ausschreibenden zum Handwerker übergeben werden, stellt die Austauschphase 84 die Abgabe des positionsbezogenen Preisangebotes durch den Handwerker dar.

Das Datenaustauschformat GAEB ist ein durchdachtes System, das dem Handwerksbetrieb enorme Zeitvorteile bringt. Um diese Vorteile nutzen zu können, benötigt er nur eine Unternehmenssoftware, die aktuelle GAEB-Dateien lesen und schreiben kann. Für Malerbetriebe bietet die betriebswirtschaftliche Maler-Software C.A.T.S.-WARICUM genau diese Funktionalität. So können Malerbetriebe ihre Angebote auf Basis eines vom Bauträger bzw. dem Planer im GAEB-Format übermittelten Leistungsverzeichnisses schnell und zügig erstellen und das fertige Angebot auch wieder zurückübertragen.

Die Alternativlösung: Ein Bauplan ist besser als nichts
Wie kann der Malerbetrieb aber in der Angebotsphase bereits Kosten reduzieren, wenn vom Bauträger kein LV und keine Massen zur Verfügung gestellt werden können? Dann sollte der Malerbetrieb für sein Angebot, einfach einen Bauplan anfordern. Mit der digitalen Aufmaßsoftware BILDaufmaß lässt sich der Plan schnell digitalisieren und die Massen auslesen. So spart der Betrieb ebenfalls Zeit und damit Kosten.