Menschlichkeit zeigen: Wie Kundenbeziehungen wachsen können

Kundenbeziehungen mit Menschlichkeit wachsen lassenUnlängst erzählt ein Malermeister eine schöne Geschichte. Eine, die hoffen lässt, die ans Herz geht und die man heutzutage viel zu selten hört. Malermeister Stefan Leisgen aus Hagen bietet, wie viele seiner Kollegen, für Senioren oder auch Kunden mit Zeitmangel, egal welchen Alters, einen besonderen Service an. Dinge wie das Aus- und Einräumen der Möbelstücke, Gardinen waschen, Putzen oder andere organisatorischen Dinge, die eine Renovierung mit einschließt, werden da übernommen. Der Kunde bekommt eine Art „rundum sorglos“ Paket. Für die meisten, die ähnliches anbieten, ist mit Beendigung der Renovierung auch die Kundenbeziehung beendet.

Nicht so hier. Abgesehen davon, dass Leisgen und sein Team auch während der Renovierungseinsätze schon mal den ein oder anderen „Fahrdienst“ am Kunden absolvieren und selbige, meist weniger gut zu Fuß, zur Bank oder einem anderen Termin chauffieren, scheinen sie einfach besonders hilfsbereit zu sein und ein Herz für die Menschen zu haben. Eine Tugend, die es heute immer seltener gibt. „Unsere Kunden wissen, dass sie sich auf uns verlassen können und wir auch mit anpacken, wenn mal Not am Mann ist“, erklärt Stefan Leisgen.

Vor einigen Jahren arbeitet Leisgen also bei einer älteren, alleinstehenden Kundin. Sein Sohn, damals Azubi im zweiten Lehrjahr, hilft der Dame währenddessen einmal wöchentlich mit den Einkäufen im Supermarkt. Fährt sie hin und zurück, trägt die Utensilien und unterstützt. Heute, über zwei Jahre nach Beendigung der Arbeiten, wird diese Tätigkeit immer noch übernommen. Unentgeltlich, einfach so, aus Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft wird Tante Doris zum Supermarkt chauffiert.

Den Menschen hinter dem Kunden sehen
Was sich auf den ersten Blick vielleicht liest wie die sentimentale Geschichte in einem Boulevardblättchen, soll einmal mehr aufrütteln, wachrütteln und inne halten lassen, um sich bewusst zu machen, dass gerade die aussergewöhnlichen und unerwarteten Dinge eine Kundenbeziehung ausmachen können. Neben dem immerwährenden Ruf nach Effizienz, Verbesserung, Schnelligkeit und Umsatzsteigerung in Unternehmen, sollte auch der Menschlichkeit wieder einmal mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Kunden, die derartiges erleben, werden niemals den „Maler ihres Vertrauens“ wechseln und zudem für eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda sorgen, denn er macht eine Sache anders als seine Kollegen. Er sieht den Menschen und nicht nur den Kunden, der den Auftrag bezahlt. Er sieht den Menschen hinter dem Auftrag. Er sieht ein einzelnes Schicksal, bemerkt wo es an Hilfe bedarf und packt mit an, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten. Etwas, was in unserer heutigen Gesellschaft fast ausgestorben zu sein scheint. Geben, ohne zu nehmen.

Das Quäntchen MEHR am „Malern“ entwickeln
Natürlich soll hier kein Aufruf gestartet werden, unentgeltliche Dienste am Kunden zu absolvieren. Vielmehr geht es um die Erkenntnis, sich mehr auf den Menschen, den Kunden einzulassen und nicht immer nur das „harte“ Geschäft vor Augen zu haben. Diese Hilfsbereitschaft kann auf viele andere Dinge in Bezug auf den Kunden übertragen werden. Oft reichen kleine Gesten, die gar nicht teuer sein müssen. Wer mit seinen Kunden spricht, der weiß was verlangt wird und worauf es letztendlich ankommt. Mit Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen an der richtigen Stelle werden Kundenbeziehungen langfristig aufgebaut und gefestigt.

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