Handwerk aktuell: 61 Prozent kämpfen mit Störungen in den Lieferketten

Handwerk aktuell: 61 Prozent kämpfen mit Störungen in den Lieferketten

Die Spatzen pfeifen es landauf landab von den Dächern: Baumaterialien sind knapp. Wie stark das Handwerk derzeit von Störungen in der Lieferkette betroffen ist, zeigt die aktuelle Betriebsbefragung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, kurz ZDH, die Ende Mai durchgeführt wurde und an der sich knapp 1.600 Betriebe beteiligten. Von diesen berichteten 61 Prozent, dass sie in den letzten vier Wochen Probleme mit der Verfügbarkeit von Rohstoffen, Materialien oder Vorprodukten hatten. Damit bekommen derzeit fast Zweidrittel der Handwerksbetriebe die Materialknappheit zu spüren. 

Ein etwas detaillierterer Blick verrät, dass die Betroffenheit in den Bau- und Ausbaugewerken und den Handwerken für den gewerblichen Bedarf besonders hoch ist – allesamt Betriebe, die bis dato gut bis sehr gut durch die Corona-Pandemie gekommen sind. Laut ZDH werden von den Betrieben vor allem Engpässe bei Metallen (53 Prozent), Holz (38 Prozent), Kunststoffen (37 Prozent), Elektronikkomponenten (37 Prozent) sowie Dämmstoffen (29 Prozent) gemeldet.

Quelle: ZDH, Betriebsbefragung zur Corona-Pandemie Mai 2021

Mit der Materialknappheit allein ist es aber nicht getan. Vielmehr ist diese mit ernsten Konsequenzen für die betroffenen Betriebe verbunden. So berichten 84 Prozent der betroffenen Betriebe, dass aufgrund der Lieferengpässe Aufträge storniert oder verschoben werden müssten. Und so kommt es zu der absurden Situation, dass trotz guter Auftragslage, Mitarbeiter in Kurzarbeit gehen müssen. 4 Prozent der betroffenen Betriebe gaben an, bereits Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt zu haben. Vor dem Hintergrund des hohen Anteils an Betrieben, die Aufträge verschieben oder stornieren müssen, befürchtet der ZDH, dass in Zukunft, noch mehr Betriebe zu Kurzarbeit gezwungen sein könnten. 

Ein ebenfalls nicht zu unterschätzendes wirtschaftliches Problem zeigt sich für die betroffenen Betriebe durch die gleichfalls stark angestiegenen Einkaufspreise. So gab in der Betriebsbefragung ein großer Anteil von 61 Prozent der betroffenen Betriebe an, dass Einkaufspreise teilweise so stark angestiegen seien, dass die Erfüllung bestehender Auftragsverhältnisse aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr rentabel sei und mit Aufträgen Verluste eingefahren würden.  

Der vollständige Ergebnisbericht zur aktuellen Betriebsbefragung des ZDH zu den Auswirkungen von Corona kann hier abgerufen werden (externer Link): https://www.zdh.de/fachbereiche/wirtschaft-energie-umwelt/konjunktur-umfragen/sonderumfragen/umfrage-zu-den-auswirkungen-von-corona-kw-212021/?L=0