Den „Domino-Effekt“ vermeiden – Liquidität sichern

Liquidtitätssicherung im MalerhandwerkSchon wieder kein Geld auf dem Konto! Malermeister Mürbe ist schockiert. Wie kann das sein? Die Auftragsbücher sind voll. Es gibt viel zu tun. Und auch die letzten Monate waren überaus erfolgreich. Mehrere größere und auch kleinere Baustellen konnte der Malerbetrieb abschließen. Nur warum ist jetzt das Konto fast schon wieder im Minus?

So wie ihm geht es vielen Betrieben. Jede Menge Aufträge und genügend zu tun – und trotzdem herrscht auf dem Konto gähnende Leere. Das Problem der fehlenden finanziellen Mittel und damit auch Spielräumen, ist oft hausgemacht. Und es ist naheliegender als gedacht. Wer keine zeitnahen Rechnungen an die Kunden stellt, nachdem die Arbeit ausgeführt wurde, darf sich nicht wundern. Und hier dämmert es auch Mürbe. Jede Menge fertige Baustellen, die noch nicht abgerechnet wurden türmen sich auf seinem Schreibtisch. Doch hier kurzfristig Rechnungen schreiben zu können, scheint weitestgehend aussichtslos zu sein. Und zwar aus einem ganz banalen Grund: Es fehlen konsequent die Aufmaße zu den einzelnen Baustellen.

Der „Domino Effekt“
Klar, Mürbe wollte es sich einfach machen und schnell Aufträge an Land ziehen. Und außerdem, so ein Aufmaß kann ja schnell erstellt werden, wenn die Rechnung zu schreiben ist. Doch das dem nicht so ist, wird jetzt auch Mürbe klar. Man schiebt die Rechnungsstellung immer weiter vor sich her, so lange, bis es eben gar nicht mehr geht. So lange bis man sogar alle Nachträge vergessen hat, die es bei den einzelnen Baustellen noch abzurechnen gäbe. So lange, bis das Konto im Minus ist, von Überziehungszinsen, die von der Bank berechnet werden, ganz zu schweigen. So lange bis eine kleine Katastrophe unabwendbar ist. So lange bis man sich kaum noch an die Baustelle selbst erinnern kann, weil die schon 8 Monate zurück liegt und man zwischenzeitlich noch einen Haufen anderer Baustellen hatte. Jetzt ist der Streß natürlich doppelt groß. Alle Aufmaß müssen nachträglich professionell und genau erstellt werden, um dann entsprechend abrechnen zu können. Das kostet wertvolle Zeit und ziemlich viele Nerven. Und noch schlimmer: So etwas muß nicht sein. Es ist überflüssiger, hausgemachter Streß.

Ist die Rechnung inkl. Aufmaß dann endlich geschrieben, eingetütet und beim Kunden, heißt das noch lange nicht, daß dieser auch direkt bezahlt. Psychologisch gesehen völlig normal. Liegt die Renovierung des Wohnzimmers schon eine Weile zurück, ist die Begeisterung beim Kunden darüber schon längst verflogen. Und so läßt er sich mit der Begleichung der Rechnung meist auch viel Zeit. Und schwupps, ehe man sich versieht, schnappt die Liquiditätsfalle zu. Bumm. Es ist wie beim Domino Spiel – daher auch „Domino Effekt“. Kommt ein Stein erst ins Rollen, fallen auch der nächste und über nächste usw. konsequent um.
Und das alles nur, weil eine Rechnung zu spät geschrieben wurde und ein Aufmaß fehlte.

Konsequente Arbeitsweise
Dabei muß ein derartiges Szenario wirklich nicht sein. Wer ein paar Dinge beachtet und seine Arbeitsweise dementsprechend anpaßt und ausrichtet, kann sich auf der sicheren Seite wissen.

4 Schritte zum Erfolg:

1. Rechtzeitige Aufmaßerstellung
Für ein detailliertes Angebot ist ein perfektes  und genaues Aufmaß unerläßlich. Nur wer die genauen Massen hat, kann ein vernünftiges Angebot erstellen, das alle Kosten deckt und einen Gewinn abwirft. Und diese Aufmaßerstellung sollte immer vor Beginn der Arbeiten auf der Baustelle erfolgen.  Der Einwand, Aufmaßerstellung sei langwierig, aufwendig und mache keinen Spaß, kann hier nicht gelten. Mit den richtigen Werkzeugen wie z.B.  BILDaufmaß oder CATSmobil ist das Aufmaß schnell, einfach und professionell erstellt und liefert damit eine solide Grundlage für die weitere Kalkulation.

2. Nachträge kurzfristig erfassen
Ist das Angebot geschrieben, der Auftrag erteilt und die Arbeiten auf der Baustelle begonnen, sollte das Thema „Nachträge“ immer im Blickfeld sein. Es kann immer wieder vorkommen, daß letztendlich Arbeiten ausgeführt werden, die nicht Bestandteil des Angebots sind, die aber natürlich dem Kunden in Abrechnung gestellt werden müssen. Alles andere bedeutet Geld zu verschenken. Wer hier den Überblick behält und weiß, was auf seinen Baustellen läuft und welche zusätzlichen Arbeiten von Mitarbeitern ausgeführt wurden, hat es leicht sogenannte „Regiearbeiten“ mit zu berücksichtigen.

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Regiearbeiten perfekt dokumentieren und abrechnen

3. Zeitnahe Rechnungsstellung
Das Wichtigste natürlich ist die Rechnung selbst. Und die sollte nicht erst ein halbes Jahr nach vollendeter Arbeit im Briefkasten des Kunden landen, sondern relativ zeitnah. Der Kunde wird diese dann auch zügig begleichen. Denn er erfreut sich ja immer noch an seiner neu renovierten Fassade oder der schönen Spachteltechnik im Wohnzimmer und ist damit natürlich wesentlich zahlungsbereiter. Je länger also der Zeitraum zwischen Fertigstellung einer Arbeit und tatsächlicher Rechnungsstellung beim Kunden, desto länger wird es auch dauern, bis der Kunde diesen Betrag begleicht. Für ihn ist die Renovierung mittlerweile „Alltag“, er lebt nun schon eine Weile darin und es ist nicht mehr so Besonders wie zu Anfang. Die Distanz ist größer.

4. Liquiditätsplanung einsetzen
Wer ganz sicher gehen will, sollte eine professionelle Software zur Liquiditätsplanung einsetzen. Diese liefert automatisch einen Überblick über die Finanzen. Reicht das Geld bis zum Monatsende oder wird es knapp? Hier werden automatisch und permanent Rechnungsausgang, Rechnungseingang, regelmäßige Zahlungsströme, Geldanlagen und die Kreditlinie gegenüber gestellt. Mit der 90 Tage Vorausschau wird auf einen Blick deutlich wie lange das Geld noch reicht und wann es eng wird. Die Liqiditätsplanung von C.A.T.S.-Soft, zeigt in der betriebswirtschaftlichen Malersoftware sogar per Mausklick, die entsprechende Baustelle, die dringend abgerechnet werden sollte.