
Zum Jahresende kehrt in vielen Malerbetrieben spürbar Ruhe ein. Die Zeit „zwischen den Jahren“ wird häufig für Betriebsferien genutzt, Baustellen liegen still, der Termindruck lässt nach. Auch für die Betriebsleitung entsteht Raum zum Durchatmen und zum bewussten Abstand vom betrieblichen Alltag. Diese Phase der Entschleunigung ist mehr als eine willkommene Pause. Sie ist notwendig. Erholung, Zeit für Familie und persönliche Interessen sowie Momente des Innehaltens sind wichtige Voraussetzungen, um langfristig leistungsfähig zu bleiben und Verantwortung tragen zu können.
Unternehmerische Verantwortung kennt keine Arbeitszeiten.
Jeder Maler-Unternehmer weiß, wovon die Rede ist: Rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche, bleibt der Betrieb im Hinterkopf präsent. Diese dauerhafte Bereitschaft schließt jedoch eine ausgewogene Work-Life-Balance nicht aus. Vielmehr ist sie eine Frage der Organisation, klarer Strukturen und eines bewussten Selbstmanagements. Verantwortung bedeutet dennoch, das Unternehmen an 365 Tagen im Jahr im Blick zu behalten und gleichzeitig die richtigen Entscheidungen für dessen Zukunft zu treffen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, braucht es Zeit – Zeit zum Nachdenken, zum Planen und zum Gestalten.
Gute Ideen entstehen selten im hektischen Tagesgeschäft.
Im hektischen Tagesgeschäft fehlt schlichtweg die Zeit und die Ruhe, um Pläne zu schmieden. Nicht ohne Grund heißt es, dass die besten Einfälle in entspannten Momenten kommen. Es ist weniger der Ort als vielmehr der Zustand, der kreatives und strategisches Denken ermöglicht. Wer sich mit der Zukunftsfähigkeit des eigenen Betriebs auseinandersetzt, braucht Abstand vom Alltag. Die ruhigen Tage zum Jahreswechsel bieten hierfür einen geeigneten Rahmen, um die strategische Ausrichtung des Unternehmens zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Eine gute Auftragslage ist kein Selbstläufer.
Auch wenn die eine oder andere dunkle Wolke aufgezogen ist, das Malerhandwerk ist bislang von größeren konjunkturellen Einbrüchen verschont geblieben. Warum also Veränderungen anstoßen, wenn die Geschäfte noch immer ganz gut laufen? Gerade in guten Zeiten zeigt sich unternehmerische Weitsicht. Erfolgreiche Betriebe warten nicht ab, sondern stellen frühzeitig die Weichen. Vorausschauendes Handeln sorgt dafür, auch in schwierigeren Phasen wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig lohnt sich ein kritischer Blick auf die wirtschaftlichen Ergebnisse der vergangenen Jahre. Trotz guter Umsätze sind viele Malerbetriebe nach wie vor schwach kapitalisiert. Umsatz allein ist kein Maßstab für wirtschaftlichen Erfolg. Rund zwei Drittel der Betriebe im Malerhandwerk verfügen über eine Eigenkapitalquote von unter 20 Prozent. In solchen Fällen reicht bereits eine kleinere Belastung aus, um die wirtschaftliche Stabilität ins Wanken zu bringen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.
Wirtschaftlichkeit braucht klare Zahlen.
Die vollen Auftragsbücher der zurückliegenden Jahre verdecken häufig strukturelle Schwächen im Betriebsablauf. Insbesondere die Produktivität auf der Baustelle bleibt oft hinter den Erwartungen zurück, ohne dass belastbare Zahlen vorliegen. Ob ein Auftrag tatsächlich wirtschaftlich war, wird nicht selten nach Bauchgefühl bewertet, da eine transparente Kostenerfassung fehlt. Auch die Liquidität des Unternehmens lässt sich ohne belastbare Zahlen nur schwer einschätzen. Der Blick auf den Kontostand allein ersetzt keine fundierte Liquiditätsplanung. Für viele Malerbetrieben wird erst mit dem Jahresabschluss sichtbar, wie es um den Betrieb tatsächlich steht. Das ist viel zu spät und eine Arbeitsweise von gestern. Rahmenbedingungen haben sich verändert, und mit ihnen die Anforderungen an eine moderne Unternehmensführung. Erfolgreiche Betriebe entwickeln sich weiter. Stillstand bedeutet Rückschritt.
Engagierte Unternehmer nutzen die Ruhe und gestalten die Zukunft.
Der digitale Wandel ist im Handwerk längst angekommen. Dabei handelt es sich weder um einen kurzfristigen Trend noch um einen vorübergehenden Hype. Digitalisierung wirkt als Effizienztreiber und unterstützt eine strukturierte, transparente und wirtschaftliche Betriebsführung. Moderne Branchenlösungen decken sämtliche betriebswirtschaftlich relevanten Bereiche ab – von Kalkulation und Controlling über Liquiditätsplanung, Marketing und Kundenmanagement bis hin zu zeitgemäßen Ansätzen in der Mitarbeiterführung. Sie schaffen die Grundlage für fundierte Entscheidungen und nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Unternehmerisches Handeln bedeutet, Initiative zu ergreifen und den eigenen Betrieb aktiv weiterzuentwickeln. Wer die ruhige Zeit zum Jahreswechsel nutzt, um Strukturen zu hinterfragen und Zukunftsthemen anzugehen, legt den Grundstein für langfristige Stabilität und Erfolg. Gut organisiert sollte zudem noch genügend Zeit verbleiben, um die Zeit „zwischen den Jahren“ mit Familie und Freunden zu verbringen und den Akku wieder aufzuladen.
Malerblog.net hat im Folgenden ein paar Beiträge zusammengestellt, die einen Impuls und Denkanstoß für die eigene Strategieentwicklung geben könnten:




