Der klimaneutrale Malerbetrieb? Malermeister Peter Goehle setzt Akzente

Der CO2-neutrale Malerbetrieb? Malermeister Peter Goehle setzt Akzente

„Ich bin ja eigentlich ein kleiner Öko.“ Das zumindest sagt Malermeister Peter Goehle, Betriebsinhaber der Firma decorum – Malerhandwerk & Sanierung aus Hamburg, von sich selbst.

Genau mit dieser Einstellung, einem gesunden Umweltbewusstsein und einer Vision, hat er sich und seinem Unternehmen ein großes Ziel gesetzt. Goehle will sein Unternehmen in drei Jahren zur CO2 Neutralität führen. Ein echtes Vorhaben, bei dem es noch viel zu tun gibt. Und eines, was man eher von großen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen kennt, im Handwerk aber noch vergeblich sucht.

Ein Novum im Malerhandwerk
Doch davon lässt sich Goehle nicht beirren: „Ich hatte dieses Vorhaben schon länger auf dem Zettel“, sagt der Hamburger Unternehmer. „Doch wusste ich nicht so genau, wie ich es anpacken soll. Als mein Sohn dann anfing sich zu 80% vegan zu ernähren, kam es wieder in mir hoch und ich wusste, dass ich es jetzt angehen muss.“  

Malermeister Peter Goehle, Hamburg, Foto: privat

Dass man ein derartiges Vorhaben nicht von heute auf morgen übers Knie brechen kann, sondern schrittweise vorgehen sollte, damit die Realisierung ein Erfolg wird, war Goehle von Anfang an klar. Zusammen mit seinem Junior plant er nun Step für Step seine Reise.

Der erste Schritt, den er bis jetzt vollzogen hat, ist, dass er genau ausgerechnet hat, was sein Firmen-Fuhrpark im Jahr an Kraftstoff verbraucht. Ganze zwölfeinhalb Tonnen kamen für 2020 zusammen, damit eine CO2-Emission von 36 Tonnen. „Wir haben dann geschaut, wie wir das kompensieren können und sind ziemlich schnell auf die Moore in Schleswig-Holstein gekommen.“ Für den Naturliebhaber und begeisterten Wanderer und Kletterer eine tolle Sache – und zusätzlich quasi vor der eigenen Haustür. „Das Moor war sozusagen der Jackpot“, sagt Goehle.

Stark für Umweltschutz
Für die Renaturierung des Moores kann man sogenannte MoorFutures® Klimaschutzzertifikate erwerben. Damit ist dem heimischen Umwelt- und Naturschutz sehr geholfen. Denn intakte Moore haben eine enorm wichtige Bedeutung als Ökosystem.

Moore können enorme Mengen Kohlendioxid speichern, nach Angaben des BUND weltweit etwa doppelt so viel CO2 wie alle Wälder zusammen. Moore dienen dem Hoch- und Grundwasserschutz und sind Heimat vieler seltener Tiere und Pflanzen. Viele Moore sind durch Landwirtschaft, Torfabbau und Düngemittel zerstört und entwässert und schaden so dem Klima. Ihre Renaturierung ist damit aktiver und kostengünstiger Klimaschutz, an dem Goehle nun teilhat.

Aufsehen erregen für den guten Zweck
„Ich wollte natürlich schon Aufsehen erregen, vor allem, weil das sonst ja noch niemand macht im Handwerk“, erklärt Goehle und meint dann weiter: „Aber vielleicht kann ich ja dabei auch etwas anstoßen, andere Menschen sensibilisieren.“ Goehle setzt bereits seit Jahren auf ökologische Baustoffe wie Lehm und Kalk und hat mit seinem Ziel der CO2 Neutralität einen echten Nerv getroffen. Lieferanten, Partner und auch Mitarbeiter äußerten sich bereits positiv und auch was die Kundschaft anbelangt, ist dieser Weg ein sehr gutes Marketingwerkzeug sein Portfolio auszubauen.

„Es ist ein Prozess, der jetzt in Gang kommt, es ist unser Handeln“, sagt der Malermeister. In den nächsten Wochen stehen weitere Schritte an, die jetzt sorgfältig durchdacht werden wollen. Für 2021 soll die gesamte Wertschöpfungskette um insgesamt 40% CO2 neutral ausgeglichen werden. In 2022 soll dieser Wert dann bei 100% liegen.