Werden einst tapezierte Innenflächen gestrichen, können Kleisterreste hässliche Verfärbungen verursachen. Alaunsalz in Kombination mit Kalkputz kann das verhindern. Die Wände bleiben diffusionsoffen.
Autsch: Wenn Männer sich beim Rasieren schneiden, hilft Alaunstein, die Blutung zu stillen. Gängig ist das Mineralsalz auch als Fixiermittel beim Färben, z.B. von Wolle. Doch es kann noch viel mehr. Gerade beim Renovieren von Wohnungen erweist sich Alaun als Lösung bei einem ganz bestimmten Problem: „Wenn Wände nicht neu tapeziert, sondern nur gestrichen werden, verursachen Kleisterreste oft hässliche Verfärbungen“, sagt Michael Meißner, technischer Berater des Naturfarben-Herstellers Kreidezeit.

Denn nach dem Ablösen der Tapete bleiben immer Kleisterreste an der Wand haften. Sie machen es unmöglich, direkt darauf zu streichen. Denn auf angetrocknetem Leim haftet die Farbe nur schlecht und blättert irgendwann ab – wenn nicht gleich, dann unter Umständen nach drei bis fünf Jahren.
Ein weiterer Negativ-Effekt der hartnäckigen Tapezierreste: Auf der frisch gestrichenen Oberfläche werden nach dem Trocknen gelbliche Verfärbungen sichtbar. Dieser „Farbdurchschlag“ des Kleisters kann auch beim Überspachteln mit frischem Putz wie Kalkglätte oder Kalkhaftputz auftreten.
Was also tun? Tapetenkleister ist wasserlöslich. Doch trockene Reste müssen erst einmal eingeweicht werden, um die zähe Masse abwischen oder mit einem Spachtel abkratzen zu können. Eine sehr aufwendige und entsprechend kostenintensive Prozedur, die ohnehin nur bei verputzten Wänden funktioniert. Gipskarton- und Gipsfaserplatten nehmen Schaden, wenn sie mit großen Wassermengen in Kontakt kommen. Aber auch wenn der Kleister entfernt wird, gibt das Papier des alten Gipskartons oft selbst altersbedingte Gilbungsfarbstoffe ab. Daher rät der Kreidezeit-Experte vom Abwaschen der Wände ab und empfiehlt stattdessen Alaunsalz in Kombination mit Kalkputz.

Und so geht’s: Zunächst dicke Kleisterreste mit Schleifpapier (P40 oder P60) entfernen und anschließend die Wand entstauben und grundieren. Dann eine Schicht Kalkglätte oder Kalkhaftputz in einer Stärke von mindestens 1,5 mm aufbringen.
Schlagen gelbliche Flecken durch, kommt Alaun ins Spiel. In Kombination mit Kalk kann das Mineralsalz die Farbstoffe des Leims binden und damit quasi wegsperren. Dazu genügt es, auf den getrockneten Kalkputz eine zehnprozentigen Alaun-Grundiersalz-Lösung per Pinsel oder Drucksprüher aufzubringen. Nach Trocknung die Wand mit einer Wandfarbe nach Wunsch überstreichen und die Flecken schlagen nicht mehr durch.

„Die Kombi Kalkputz/Alaunsalz ist die einzige Möglichkeit, den Farbdurchschlag zu unterbinden und einst tapezierte Wände dabei diffusionsoffen zu halten“, betont Meißner. Zum Vergleich: Im konventionellen Malerhandwerk ist es gängige Praxis, die Oberfläche nach dem Ablösen der Tapete mit einem kunstharzhaltigen Sperrgrund zu versiegeln. Doch dann ist die Wand absolut dicht und lässt keinerlei Luftaustausch mehr zu.

Mehr Infos:
Kreidezeit Naturfarben GmbH
Kassemühle 3
31195 Lamspringe
www.kreidezeit.de
Hinweis: Es handelt sich um eine Produktinformation des Herstellers, für deren Inhalt Malerblog.net keine Haftung übernimmt.

