Was ist „Bluetooth“?

Was ist „Bluetooth“?

„Bluetooth“, diesen Begriff hört man immer wieder, wenn es um Smartphones geht. Doch was ist das bzw. was versteckt sich dahinter? Das haben wir Carsten Andrä, den geschäftsführenden Gesellschafter der C.A.T.S.-Soft GmbH, diesmal gefragt:

Carsten Andrä, geschäftsführender Gesellschafter C.A.T.S.-Soft GmbH

Zunächst einmal ist Bluetooth ein Funkstandard, der in den 1990er Jahren für die Übertragung von Daten zwischen Endgeräten auf kurze Distanzen geschaffen wurde. Dabei ist die Reichweite, auch wenn das von vielen Gegebenheiten abhängig ist (Gebäude, freies Gelände) in der Regel auf einige Meter begrenzt.

Eine Unterscheidung kann zwischen den Bluetooth-Versionen vor 4.2 und ab 4.2 getroffen werden. Die Version 4.2 wird auch als Bluetooth smart bezeichnet und zielt insbesondere auf die Anwendung der low energy Technik ab.

Aktuell ist Bluetooth in Version 5.0 mit Stand 2016 definiert, wobei hier insbesondere die Reichweite deutlich erhöht (bis 100m) und die Datenübertragungsrate (bis 2 Mbit/s) wurde ebenfalls angehoben.

Um Bluetooth in der Praxis nutzen zu können ist ein Bluetooth Adapter nötig. Dieser ist in modernen Smartphones und Laptops in der Regel bereits eingebaut. Für Desktop-PC gibt es Adapter, die meist an die USB-Schnittstelle angeschlossen werden können.

Ein typisches Anwendungsgebiet für Bluetooth ist die Anbindung von Headsets an Smartphones, die es ermöglichen kabellos zu telefonieren oder Musik zu hören. Auch die zwischenzeitlich viel verbreiteten Smartwatches bzw. sonstigen „Wearables“ suchen die Verbindung zum Smartphone über Bluetooth, um Anrufe anzunehmen oder erfasste Gesundheitsdaten (zum Beispiel Puls, Blutdruck) weiterzuleiten.

In der Praxis des Malerbetriebes ist die Anbindung von Laserdistanzmessgeräten an das Smartphone oder Tablet heute nicht mehr wegzudenken. Dadurch lassen sich sehr einfach Längen auf der Baustelle messen, die dann automatisch in eine spezialisierte Aufmaß-Software wie CATSmobil übertragen und dort in die Mathematik umgewandelt werden. Eine manuelle, fehleranfällige Übertragung von Messwerten ist damit nicht mehr nötig, was auch eine Menge Zeit für ein umfangreiches Aufmaß einspart.

Ein weiteres bekanntes Beispiel ist auch die Bluetooth-Kopplung zwischen Smartphone und Auto, die es ermöglicht auf dem Handy gespeicherte Musik direkt im Auto zu hören oder den Streamingdienst des Smartphones über die eingebaute Radioanlage des Autos zu nutzen. Natürlich kann über diesen Weg das Auto auch als Freisprecheinrichtung für das Telefonieren genutzt werden und dabei auf die Kontaktdaten des Smartphones zugegriffen werden.  

Aber die Anwendungsgebiete der Bluetooth-Technologie sind sogar noch vielfältiger. So lassen sich mit Bluetooth smart auch Entfernungen zwischen zwei oder mehreren Bluetooth-Geräten bestimmen. Auf dieser Technologie basiert beispielsweise die deutsche Corona-Warn-App. Aber diese Technik lässt sich zum Beispiel auch in der Werbeindustrie nutzen, indem dem Besucher bei seinem Gang durch die Fußgängerzone oder den Laden bei Annäherung individualisierte bzw. maßgeschneiderte Werbung auf digitalen Werbetafeln eingeblendet wird.

Wie man sieht hat die Bluetooth-Technologie durchaus viel Potential und ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Doch wie bei jeder Technologie ist auch hier zu beachten, dass sich dadurch neue Probleme hinsichtlich der Sicherheit ergeben können. So gilt es auch bei der Benutzung von Bluetooth Geräten immer mit klarem Verstand zu überlegen wann und wo eine Nutzung sinnvoll ist und technische Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise regelmäßige Updates des Smartphone-Betriebssystems zu beherzigen.

Wikinger und Dänenkönig Harald Blauzahn, der Namensgeber für Bluetooth
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