Kennen Sie die kaufkräftigste Zielgruppe der Gegenwart und Zukunft?

Auf der Suche nach BestAgers, Ü50, 50plus

Mit den angebotenen Malerleistungen Geld verdienen. Das genau ist das Ziel eines jeden Malerbetriebs. Doch das Vorhalten eines Leistungsangebots allein steht noch nicht für Umsatz und Gewinn. Es bedarf auch eines gutsituierten Auftraggebers. Nicht jeder kann sich einen professionellen Maler aus finanzieller Sicht leisten. Daher sehen sich Malerbetriebe häufig mit Billiganbietern konfrontiert, die Aufträge wegschnappen. Aber auch das Heimwerken erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da es vielen nicht nur Spaß bereitet, sondern sich auch schnell der eine oder andere Cent sparen lässt. Um also die eigene Malerleistung gewinnbringend ausführen zu können, bedarf es wohlhabender Kunden, die sich für Malerarbeiten interessieren und diese bei dem Malerbetrieb ihres Vertrauens beauftragen.

Die Suche nach einer Zielgruppe
Natürlich ist es aus Sicht des Marketings sinnvoll, wenn diese gutsituierten Kunden Gemeinsamkeiten aufwiesen und damit bestenfalls als gesellschaftliche Gruppe von Menschen identifizierbar wären. Eine solche Zielgruppe würde dem Malerunternehmer vieles erleichtern. So könnten auf die Zielgruppe zielgerichtete Werbemaßnahmen zugeschnitten werden. Zudem ähneln sich Erwartungshaltung und Bedürfnisse einer homogenen Gruppe von Menschen, sodass hierauf besser und vorhersehbar reagiert werden kann. Der betriebliche Internetauftritt (Website, Facebook, Instagram, etc.), aber auch Firmen-Broschüren können maßgeschneidert erstellt werden.  

Doch wie findet man diese Zielgruppe? Zunächst sind Kriterien zu definieren, die diese erfüllen sollte. Neben der Kaufkraft sollte natürlich Investitionsbereitschaft vorhanden sein, die sich auf Handwerker- bzw. Malerleistungen erstrecken sollte. Personen, die zwar gerne und oft in Bekleidung oder Autos investieren, aber nicht in die eigenen vier Wände und damit in die Instandhaltung und Verschönerung der Wohnung, sind als feste Zielgruppe für den Malerbetrieb uninteressant.

Deutschland ist ein Land der Statistik. Statistische Bundes- und Landesämter leisten wertvolle Arbeit, von der nicht nur Regierungshandeln beeinflusst wird, sondern von der auch Bürger und Unternehmer profitieren können. Theoretische Überlegungen oder ein schlichtes Bauchgefühl lassen sich so schnell statistisch untermauern oder widerlegen

Hohe Investitionsbereitschaft
Wofür geben Menschen ihr Geld aus? Interessant zu wissen ist, dass die Dinge für die Menschen ihr Geld ausgeben, sich mit dem Alter verändern. Wie Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, steigen die Ausgaben für Gesundheit mit zunehmendem Alter. Ab 45 Jahren und älter wird in Kraftfahrzeuge und Bekleidung jedoch zunehmend weniger investiert. Für die Instandhaltung der Wohnung – und damit für Malerbetriebe von Interesse – zeigt sich ein sehr klares Bild auf der Ausgabenseite. Die Altersgruppe zwischen 55 und 70 Jahren gibt für die Wohnungsinstandhaltung zweieinhalbmal so viel aus wie junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren (Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2019). Was hier statistisch schwarz auf weiß belegt wird, ist nachvollziehbar. Die Karriere weitestgehend abgeschlossen, die Kinder aus dem Haus, das monatliche Einkommen gesichert, startet die Generation 50plus nochmal durch. Sie sind „Best Agers“ im wahrsten Sinn des Wortes. Sie fühlen sich noch jung und verfügen jetzt auch über das nötige Geld, um es ausgeben zu können. Das eigene Heim als Wohlfühloase ausbauen, diesen Traum erfüllen sich viele Best Agers. Und genau dabei kann der Maler helfen.

Konsumstarke Bevölkerungsgruppe
Statistisch gesehen sind also Kaufkraft und Investitionsbereitschaft bei den 55- bis 70-Jährigen vorhanden. Aber wie zahlenmäßig stark ist diese Zielgruppe? Von der Antwort hängt vor allem das vorhandene Marktvolumen ab.

Es wird immer viel über die Verschiebung der Altersstruktur in der Gesellschaft, sprich den demographischen Wandel, geredet. Jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht, dass ältere Menschen zunehmend unser Gesellschaftsbild bestimmen. Dass es sich hierbei tatsächlich nicht nur um ein Bauchgefühl handelt, zeigen ebenfalls die statistischen Zahlen.

In Deutschland leben rund 83 Millionen Menschen. Die Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen umfasst 28,6 Prozent der Gesamtbevölkerung (Quelle: GENESIS online, Bevölkerung, Altersjahre Geschlecht, 04/2020). Das ist weit mehr als ein Viertel, Tendenz steigend. Für die Bevölkerungsgruppe der Älteren spricht also neben ihrer Kaufkraft auch ihre zahlenmäßige Stärke.

Hohe Eigentumsquote
Die bisherige Betrachtung zeigt, dass die Älteren als interessante Zielgruppe für Malerbetriebe durchaus in Betracht kommen könnten. Doch abschließend muss noch ein weiterer, wesentlicher Faktor betrachtet werden: Die Zielgruppe muss Bedarf an professionellen und umfassenden Malerleistungen haben.

Jeder Malerunternehmer weiß, dass Kunden, die in ihre eigenen vier Wände investieren, bereit sind, mehr Geld auszugeben als Kunden, die auf Miete leben. Ganz abgesehen davon, dass natürlich bei Hauseigentümern nicht nur Innenraumgestaltungen, sondern auch Fassadenarbeiten in Frage kommen und somit ein breiteres Leistungsspektrum abgedeckt würde. Umso mehr dürfte es Malerunternehmer erfreuen, dass jeder zweite Seniorenhaushalt in Deutschland in den eigenen vier Wänden lebt, 80 Prozent davon in Einfamilienhäusern oder Doppelhaushälften, 20 Prozent in Eigentumswohnungen (Quelle: Statistische Bundesamt, Ältere Menschen in Deutschland und der EU, 2016). Natürlich werden diese Zahlen regional schwanken. Sie zeigen aber dennoch, welches Potenzial bei der Kundengruppe der Ü50 liegt.

Die statistische Betrachtung der über 50-Jährigen im Hinblick auf Kaufkraft, Investitionsbereitschaft, Bevölkerungsgröße sowie Eigentumsquote zeigt, dass diese Kundengruppe von Malerbetrieben nicht aus den Augen verloren werden sollte. Mit einer zielorientierten Werbung und maßgeschneiderten Serviceangeboten könnte die Ü50-Generation auch in Malerbetrieben zu einem nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor werden. Wie diese Kundengruppe für sich gewonnen werden kann, worauf zu achten ist und was vermieden werden sollte, wird in einem Folgebeitrag näher beleuchtet werden.