Der Umwelt zuliebe! Bei Erfurt & Sohn gelebte Realität

Der Umwelt zuliebe! Bei Erfurt & Sohn gelebte Realität

Modernes und wohngesundes Leben ist heutzutage der Anspruch vieler Menschen. Der Wunsch nach einer gesunden, häuslichen Umgebung frei von Schadstoffen ist groß. Auch der Grundgedanke die Umwelt und das Klima so wenig wie möglich zu belasten, ist mittlerweile weit verbreitet und nicht mehr nur das Credo einer kleinen Minderheit oder der „Fridays for future“-Bewegung. Nachhaltigkeit ist ein Thema, das auch die Wirtschaft zunehmend umtreibt. Viele Unternehmen leisten ihren freiwilligen Beitrag zu einer ökologisch und sozial verantwortungsvollen Entwicklung der Gesellschaft. Diese wird mit dem englischen Begriff „Corporate Social Responsibility“ (kurz: CSR) umschrieben.     

Zu diesem Unternehmenskreis gehört auch Erfurt & Sohn. Für den Tapetenhersteller mit Sitz in Wuppertal ist der Schutz von Mensch und Umwelt seit Generationen fester Bestandteil der Firmenphilosophie. Der Erfinder der Raufasertapete schreibt Nachhaltigkeit und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt groß. Das spiegelt sich natürlich auch in der Herstellung und den Eigenschaften ihrer Tapeten wider. So reicht der lange Arm der Nachhaltigkeit von den verwendeten Materialien, über die Tapetenproduktion bis zum Einsatz des langlebigen Wandbelags beim Endkunden.  

Malerblog.net hat mit Frank Seemann, Leiter Marketing bei Erfurt & Sohn, über Recyclingpapier, deutsche Fichten, schadstoffarme Wandbeläge, Plastikverzicht und vieles mehr gesprochen.  

Frank Seemann, Marketingleiter, Erfurt & Sohn, Foto: privat

Die Umwelt ist Ihnen wichtig und Sie schreiben Ökologie und Nachhaltigkeit bei Erfurt & Sohn groß. Wie setzen Sie diese Themen um?
Als Familienunternehmen rechnen wir bei Erfurt & Sohn nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Derzeit wird das Unternehmen von der 7. Generation geführt und gerade ist mit Frau Felicitas Erfurt-Gordon die 8. Generation in die Geschäftsführung eingestiegen. Folglich ist das Unternehmen seit jeher auf Nachhaltigkeit ausgelegt. Dementsprechend verfolgen wir das Ziel, die durch die Unternehmenstätigkeit verursachten Eingriffe in die Natur zu minimieren. So wird einerseits ein zertifiziertes Umwelt- und Energiemanagementsystem betrieben, andererseits werden Produkte unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenschonung und der Nachhaltigkeit entwickelt. Von entscheidender Bedeutung ist dabei auch die lange Nutzungsdauer der Wandbeläge für den Endkunden – eine charakteristische Eigenschaft aller unserer Produkte. Dadurch, dass die weißen Produkte dem Kunden einen hohen individuellen und kreativen Gestaltungsspielraum bieten und zudem mehrfach überstreichbar sind, ist ein Austausch des Wandbelags für lange Zeit nicht nötig. Das heißt, die bei der Herstellung aufgewendeten materiellen und energetischen Ressourcen werden maximal genutzt und die Abfallmenge reduziert. Weiterhin wird die Umwelt bereits bei der Herstellung der Produkte entlastet, da hier ausschließlich natürliche, nachwachsende Rohstoffe sowie Recyclingpapier eingesetzt werden.

Sie haben ein zertifiziertes Umwelt- sowie Energiemanagement-System etabliert. Was genau steckt dahinter?
Dahinter stecken die DIN EN ISO 14001 und 50001. Im Wesentlichen also die Forderung nach Dokumentation und kontinuierlicher Verbesserung. Für beide Bereiche existieren Kennzahlensysteme, mit denen die Umweltleistung bzw. die energetische Leistung retrospektiv dargestellt und prospektiv geplant werden kann.

Für die Herstellung von Tapeten verwendet Erfurt & Sohn Altpapier und Holzfasern aus deutscher Fichte. Woher beziehen Sie die Materialien?
Das Recyclingpapier wird von europäischen Händlern und auf Recyclingpapier spezialisierten Entsorgungsfachbetrieben bezogen. Die strukturbildenden Holzfasern stammen aus dem bei der Waldpflege anfallenden Durchforstungsholz aus Niedersachsen und aus den Niederlanden. Die Holzspäne sind PEFC-zertifiziert.

Welche besonderen Eigenschaften erhalten Ihre Tapeten dadurch?
Der Einsatz von wiederverwendetem bzw. wiederverwendbarem Papier vermindert den Einsatz von frischem Zellstoff; die Zellstoff-Fasern werden im Recycling-Prozess wiedergewonnen und in ein neues Produkt eingebracht. So werden die zur Herstellung von Zellstoff aufgewendeten materiellen und energetischen Ressourcen optimal genutzt und die Umweltbelastung minimiert.

Dazu kommt, dass wir konsequent auf den Einsatz von Kunststoffen zur Strukturerzeugung verzichten – entweder sind unsere Tapeten glatt oder die Strukturen sind durch patentierte Papierprägeverfahren in das Papier eingeprägt worden oder die Struktur wird durch natürliche Holzfasern, die in die Papierlagen eingeschlossen sind, erzeugt. Dadurch sind unsere Tapeten schadstoffarm, einige Rauhfaser-Produkte sind mit dem „Blauen Engel“ sowie mit dem TÜV-Nord-Prüfzeichen „Für Allergiker geeignet“ ausgezeichnet – alles in allem ermöglichen unsere Tapeten schadstoff- und allergenarme Wohnraumgestaltung.

Welche Herausforderungen in Sachen Umweltbewusstsein und Umweltschutz will sich Erfurt & Sohn für die Zukunft vornehmen?
Umweltschutz ist ein komplexes Themenfeld. Eine der größten Herausforderungen ist die Reduktion der CO2-Emissionen. Insbesondere bei der Energiebeschaffung gilt es, weitere Potentiale zu finden und zu nutzen. Darüber hinaus arbeiten wir an der Vermeidung von Plastik bei der Verpackung und versuchen mittels intelligenter Logistik-Konzepte den Weg vom Produkt zum Kunden so kurz wie möglich zu halten.

Herr Seemann, vielen Dank für das Gespräch!