Ein Weckruf: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – Zeit zum Umdenken

Ein Weckruf: Nach dem Urlaub ist vor dem UrlaubUrlaubszeit ist Erholungszeit. Und Erholung tut Not. Nicht umsonst schreibt der deutsche Gesetzgeber im Bundesurlaubsgesetz einen Mindesturlaub von vier Wochen vor. Vier Wochen soll sich ein Arbeitnehmer erholen, wenn er ein Jahr arbeitet. Das ist ein knapper Monat, in dem er nicht arbeiten soll. Freundlich vom Gesetzgeber könnte man sagen. Gut für Arbeitnehmer und Arbeitgeber trifft es wohl besser. Denn wer arbeitet, der muss auch ausruhen. Wer nicht ausruht, wer dem Körper keine Erholung gönnt, wer seinen Körper auf Dauer überlastet, der schädigt ihn. Deshalb gibt es das Arbeitszeitgesetz und deshalb gibt es das Bundesurlaubsgesetz. Arbeitsfreie Zeit ist wichtig um die Arbeitskraft zu erhalten. Die Arbeitskraft ist die Grundlage eines jeden Unternehmens. Alles klar? 

Für viele Malerunternehmer gilt jetzt „Ja“ und „Nein“. Geht es um die Mitarbeiter, so wird natürlich Urlaub gewährt. Geht es um den Chef, so sieht die Sache schon anders aus. Zwei Wochen Urlaub im Sommer, mehr ist für viele Chefs nicht drin. Und damit das klappt, wird in den zwei Wochen davor bis spät in die Nacht vorgearbeitet. Genauso geht es dann nach dem Urlaub weiter. Schließlich häufen sich die Stapel an Arbeit, die einfach liegengeblieben sind und die dann wieder bis spät in die Nacht weggearbeitet werden müssen. Damit sind die zwei Wochen Urlaub, die wertvolle Zeit für die Familie und für den eigenen Körper teuer erkauft. Urlaubsvorbereitung und Urlaubsnachbereitung kosten enorm viel Energie. Und obendrein gibt es dann noch Chefs, die selbst im Urlaub nicht vom Betrieb loslassen wollen (oder können), die dann täglich am Handy hängen und aus der Ferne auf Dinge einzuwirken versuchen. Macht das Sinn? Wohl kaum.

Jeder braucht mal eine Auszeit. Der Chef genauso wie die Mitarbeiter. Doch während die Mitarbeiter in den Urlaub gehen und die Baustellen und die Probleme einfach im Betrieb zurücklassen, trägt der Chef das alles mit sich herum. Irgendwas wird vorher nie fertig. Irgendwas konnte nicht mehr geklärt werden. Irgendwo fehlt immer was. Das ist das Problem des Chefs. Ein Chef ist immer zuständig, der hat nie wirklich frei. Stimmt das?

Natürlich ist der Malerbetrieb das Unternehmen des Chefs. Natürlich ist das seine Sache, schließlich hat er sich ganz bewusst für die Selbständigkeit entschieden. Der Chef hat seinen Lebenstraum verwirklicht. Aber halt. Hätte man ihm vor einigen Jahren, als er das Unternehmen gegründet hat, erzählt, was er nun jedes Jahr leisten muss, wie hätte er reagiert? Lebt er seinen Traum noch? Genau diese Frage lohnt es sich zu stellen: Läuft es in meinem Unternehmen so, wie ich es immer haben wollte? Wer als Antwort vollumfänglich „Ja“ sagt, der hat es sprichwörtlich geschafft. Wer „Nein“ oder nur „Ja, aber“ sagt, der sollte etwas ändern. Gerade die Urlaubszeit bietet dafür die beste Gelegenheit. Da kann man weit weg vom Betrieb mal darüber nachdenken, ob man mit dem, was tagtäglich so läuft, zufrieden ist. Und wer das nicht ist, der kann es ändern. Dazu bedarf es nur einer kleinen, aber sehr wichtigen Erkenntnis: Wenn ich morgen andere Ergebnisse haben will als heute, dann darf ich heute nicht so weitermachen wie gestern. Ein Chef der das kapiert hat, der wird seinen nächsten dreiwöchigen Urlaub genießen können, denn bis dahin hat er sein Unternehmen neu strukturiert.