Ein Meileinstein bei EPS-Dämmstoffabfällen: Nachhaltige Rohstoffrückgewinnung

PolyStyreneLoop-Werk in den Niederlanden

Quelle: IVH

Das Recycling von EPS-Dämmstoffabfällen ist schon seit längerer Zeit im Gespräch. Jetzt endlich ist es soweit. Mit dem PolyStyreneLoop-Werk in den Niederlanden ist es möglich, EPS-Dämmstoffabfälle zu recyceln. Ein modernes Verfahren, entwickelt vom Fraunhofer Institut für Verfahrens- und Verpackungstechnik, auf der Basis der CreaSolv®-Technologie macht es möglich. Das gleicht einem Meilenstein, denn bisher galt EPS, also Styropor, als nicht recycelbar.

In Terneuzen ging bereits im Juni diesen Jahres eine Recycling-Anlage in Betrieb. Das Besondere und Außergewöhnliche an dieser Anlage ist, dass sie aus EPS-Dämmstoffabfällen einen neuen, qualitativ hochwertigen Polystyrol Dämmstoff erstellt, bei dem alle Verunreinigungen entfernt werden, so zum Beispiel Zement oder der verwendete Zusatzstoff HBCD. Zusätzliches wird wertvolles Brom für neue, umweltfreundliche Flammschutzmittel zurück gewonnen.

Bereits vor drei Jahren berichtete Malerblog.net in einem Interview mit Ulrich Meier, dem Geschäftsführer des Industrieverbands für Hartschaum (der IVH und seine Mitglieder sind Gründungsmitglieder der Kooperative PSLoop), über dieses nachhaltige Projekt und was genau beim Recycling passiert. Das Interview kann unter folgendem Link nachgelesen werden: www.malerblog.net/neue-chance-fuer-styropor-wdvs-recycling-greifbar-nah/

In der jetzt in Betrieb gegangenen Anlage in Holland können nun jährlich über 3.300 Tonnen Polystyrol auf EPS-Dämmstoffabfällen recycelt werden. Dies ist vor allem auch dahingehend interessant zu sehen, als dass Polysterolschäume, die das frühere Flammschutzmittel HBCD enthalten, vollständig in die Kreislaufwirtschaft integriert werden können, anstatt verloren zu gehen. Das ist ein erheblicher Vorteil. Die für den Vorgang verwendete Energie stammt zudem von Windmühlen. Die Anlage bewältigt im Übrigen nicht nur den gegenwärtig anfallenden Dämmstoffabfall, sondern auch früheren EPS-Dämmstoffabfall und schafft somit einen nachhaltigen Umgang mit den in Kritik geratenen Dämmstoffen aus EPS.

Serena Klein, Sprecherin der Geschäftsführung, Industrieverband Hartschaum (IVH).
Foto: Jens Jeske/IVH

Serena Klein, Sprecherin der Geschäftsführung des Industrieverbands für Hartschaum (IVH), äußert sich zur Situation in Terneuzen: „Die Fortschritte sind sehr zufriedenstellend und das Terneuzener PSLoop-Team ist hochmotiviert. Alles läuft wie geplant: Verschiedene Tests zwecks Hochlauf der fertiggestellten Anlage sind abgeschlossen und die Beschickung mit EPS-Dämmstoffabfall findet nun statt. Auch das Vernetzen mit weiteren Sammelstellen, das heißt professionellen Entsorgungs- und Recyclingunternehmen, geht voran – PSLoop konnte einen weiteren deutschen Partner gewinnen.“

Es ist eine spannende Sache, die sich hier abzeichnet, ein großer Meilenstein im Recycling von Dämmstoffen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch das Recycling von extrudiertem Polystyrol oder XPS, auch bekannt als StyrofoamTM, möglich sein.