Der Webauftritt: Homepage, Facebook, Twitter & Co. – Muss das alles sein?

Der Webauftritt: Homepage, Facebook, Twitter & Co. – Muss das alles sein?Malerbetriebe, die erfolgreich im Markt agieren wollen, kommen heutzutage um die Präsenz im Internet nicht herum. Online-Marketing ist ein bedeutender Bestandteil des Marketing-Mix im  Handwerksbetrieb. Wer nicht im Internet ist, existiert nicht. Doch das Internet, das sind nicht nur die  Firmenwebsite, sondern auch soziale Medien wie Facebook, Twitter & Co. Welchen Stellenwert haben Website und Social Media-Plattformen  für Malerbetriebe? Wie sinnvoll ist es für Malerbetriebe auf allen digitalen „Hochzeiten, zu tanzen“? 

Handwerker-Homepage: das virtuelle Schaufenster
Zweifelsohne ist eine eigene Website in der heutigen Zeit unerlässlich. Ist jemand auf der Suche nach einem Maler, bemüht er heutzutage nicht mehr das Telefonbuch oder das Branchenbuch. Er sucht im Internet nach einem Anbieter. Das gilt auch für  potenzielle Auftraggeber, die über die sog. Mund-zu-Mund-Propaganda auf einen Betrieb aufmerksam werden. Sie werden ebenfalls mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zunächst das Internet bemühen, um mehr über den Betrieb zu erfahren. Die Website erfüllt hier nicht nur die Funktion einer digitalen Visitenkarte. Sie ist viel mehr. Sie ist nichts anderes als ein virtuelles Schaufenster. Maler und Stuckateure, die ihren Betrieb und ihre Leistungen hier ansprechend präsentieren, haben die Nase vorn. Wer hingegen auf eine eigene Homepage verzichtet, riskiert von der Kundschaft nicht mehr wahrgenommen zu werden, was sich langfristig in der Gewinnung von Neukunden negativ auswirken dürfte. Gleiches gilt auch für diejenigen, die zwar mit einer eigenen Homepage im Netz vertreten sind, diese aber nicht regelmäßig pflegen. Dies fällt jedem Betrachter sofort negativ ins Auge.

Das Vorhalten einer Website ist keine Frage der Betriebsgröße, sondern ausschließlich eine betriebswirtschaftliche Fragestellung. Lohnt sich eine eigene Website für den Betrieb?
Darauf gibt es nur eine Antwort: Wer auf Kunden angewiesen ist, kann auf eine Website nicht verzichten. Kosten und Nutzen stehen mittlerweile in einem ausgewogenen Verhältnis. So ist das Erstellen einer Homepage heutzutage wesentlich günstiger ist als noch vor fünf Jahren und somit auch für Kleinbetriebe interessant. Zahlreiche Webseitenvorlagen ermöglichen es Werbeagenturen Betrieben mit einem kleinen Werbebudget eine ansprechende, professionelle Website zu erstellen. Durch die Verwendung moderner Content-Management-Systeme ist die anschließende Pflege der Website im Gegensatz zu früheren Zeiten, heutzutage keine Hexerei mehr und kann mit ein bisschen Geschick von den Betrieben sogar selbst erledigt werden.

Social Media: Facebook, Twitter & Co.
Einige Malerbetriebe sind schon auf Facebook und Twitter vertreten. Weitere Plattformen wie Xing, LinkedIn, youtube spielen hingegen derzeit im Handwerk keine große Rolle. Das sicherlich derzeit am stärksten von Privatleuten und Unternehmen genutzte Netzwerk ist zweifelsohne Facebook. Aber muss jeder Malerbetrieb zwingend bei Facebook aktiv sein?

Um es gleich vorweg zu sagen. Das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ gilt bei Facebook nicht. Wer sich auf dieser Plattform anmeldet, sollte ein Social-Media-Konzept, eine Strategie haben.

Zielgruppe kennen
Das Ziel eines „Networkers“ ist es, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Die erste Frage, die sich ein Maler-Unternehmer daher stellen sollte, lautet: Mit wem will der Betrieb über die soziale Plattform in Kontakt kommen und Kontakt halten? Ein Malerbetrieb mit einem hohen Privatkundenanteil wird diese Frage schnell beantworten können. Er wird versuchen, die Plattform zur Bindung von Bestandskunden und als Akquisitionswerkzeug für Neukunden zu nutzen. Für einen Malerbetrieb, der überwiegend für die öffentliche Hand arbeitet, wir diese Frage ungleich schwerer zu beantworten sein. Gleiches gilt auch für einen Malerbetrieb, der hauptsächlich für einige, wenige Bauträger tätig ist.      

Inhalt mit Nachrichtenwert
Ist die Zielgruppe bekannt, stellt sich die Frage nach den Inhalten. Nicht alles sollte und darf gepostet werden. Es bedarf vielmehr Informationen mit Nachrichtenwert. Potenzielle Kunden, aber auch Stammkunden sind nicht unbedingt an Informationen interessiert, ob die Mitarbeiterin A ihr drittes Kind bekommen und der Auszubildende B die Note 1 im Sportunterricht erhalten hat. Ob die Mitarbeiter Obstsalat zum Frühstück hatten oder lieber Döner essen, interessiert auch nicht wirklich – ganz im Gegenteil der eine oder andere Kunde mag sich an einer solchen „Nachricht“ vielleicht sogar stören. Hat der Auszubildende seine Gesellenprüfung hingegen mit Auszeichnung bestanden, ist dies durchaus eine Nachricht wert, denn das zeugt von der Arbeitsqualität des Betriebs. Das gleiche gilt für  interessante Arbeitseinsätze, neue Techniken oder außergewöhnliche Wand- oder Fassadengestaltungen. Bei den Posts gilt: In der Kürze liegt die Würze. Das heißt der Inhalt sollte kurz und bündig abgefasst werden. Und wie immer im Netz, wird die größte Aufmerksamkeit mit Fotos erzielt. Aber Achtung: Hier sind natürlich Bildrechte Dritter zu beachten. Wer seine Facebook-Freunde mal hin und wieder zum Schmunzeln bringt, hat schon fast gewonnen, denn lustige Fotos oder Videos werden in sozialen Netzwerken gerne geteilt und sorgen  für Bekanntheit. Die Inhalte entscheiden also über Sein oder Nichtsein. Das ist wie bei einer Zeitung. Haben die Inhalte nicht den vom Leser gewünschten Nachrichtenwert, wird er die Zeitung nicht mehr lesen und schon gar nicht abonnieren.

Zeitaufwand nicht unterschätzen
Doch zum Schluss das Wichtigste: Facebook lebt von der Interaktion mit den Fans. Das heißt, dass nicht nur regelmäßig Nachrichten gepostet werden müssen, sondern die Kommentare auch gesichtet und bei Bedarf auf sie reagiert werden muss – und das natürlich zeitnah. Zugleich bedeutet „Networking“ auch bei anderen vorbei zu schauen, sie zu liken und dort Kommentare zu hinterlassen. Das alles nimmt eine nicht unerhebliche Zeit in Anspruch. Dieser Zeiteinsatz darf nicht unterschätzt werden. Malerbetriebe haben nicht die finanziellen Ressourcen, um Social Media Manager im Unternehmen zu beschäftigen.  Sie werden dies selbst erledigen müssen. Maler, die Spaß an dieser Art Kommunikation haben, werden dies in ihrer Freizeit sicher gerne umsetzen. Wer „social networking“ allerdings als Last oder Bürde sieht und keine Lust darauf hat, sollte lieber keine Zeit darauf verwenden. 

Fazit
Das zentrale Kommunikationsinstrument für Maler- und Stuckateurbetriebe wird in absehbarer Zeit sicher die eigene Website bleiben. Ein Kommunikationsmix aus Website und sozialen Netzwerken ist nicht für jeden Betrieb gleich effektiv. Wie bei jeder Marketingmaßnahme sollte der Maler-Unternehmer das Engagement in sozialen Medien vornehmlich unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt betrachten. Die Präsenz in sozialen Medien ist nicht als „obligatorisch“ zu sehen. Für jene Betriebe, die ihre Social-Media-Strategie mit Leidenschaft umsetzen, bieten soziale Kanäle aber durchaus Potenzial zur Markenbildung und fürs Neukundengeschäft. Wie erfolgreich der Betrieb unterwegs ist, zeigt sich für den Betriebsinhaber nicht nur monetär im Umsatzerlös, sondern ist für alle gut sichtbar an der Anzahl positiver Kommentare und an der Anzahl der Fans ablesbar.


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