Der erste Eindruck zählt: Kleider machen Leute

Der erste Eindruck zählt: Kleider machen Leute

Für viele Schüler gehörte die Novelle „Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller in der Schule zur Pflichtlektüre. „Ich bin nicht ganz so, wie ich scheine“, sagt der Protagonist Wenzl in der Erzählung. Er, der arme Schneider, wurde aufgrund seiner Kleidung für einen Grafen gehalten. Schnell wird klar: Kleidung spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle. Das äußere Erscheinungsbild einer Person ist mit entscheidend dafür, welche Vorstellung sich der Betrachter von dieser Person und dessen Persönlichkeit macht. Und das kann mit erheblichen Folgen verbunden sein. Die Novelle aus dem 19. Jahrhundert hat bis heute an Aktualität nichts eingebüßt.

Kleidung auf der Baustelle
Noch immer ist die Kleidung ein wesentliches Element im täglichen Zusammenleben mit anderen Menschen. So wird auf Baustellen von der Berufskleidung auf das Gewerk geschlossen. Während Elektriker in rot, der Heizungsbauer in blau und der Zimmermann in braun werkeln, tritt der Maler mit weißer Berufskleidung in Erscheinung. Die schnelle Sichtbarmachung der Gewerke durch Arbeitskleidung macht Sinn und vereinfacht die Zusammenarbeit auf Großbaustellen. 

Dresscode für den Chef
Über 60 Prozent der Maler- und Lackiererbetriebe sind Kleinbetriebe mit weniger als fünf  Mitarbeitern. Hier arbeitet der Chef noch oft auf den Baustellen mit, natürlich ebenfalls in weißer Arbeitskleidung. Schließt sich nach Baustellenende noch ein Kundentermin an, stellt sich die Frage nach dem Dresscode. Jetzt einfach in den Baustellenklamotten und mit Farbe oder Kleister an den Händen beim Kunden vorbeifahren, ist ein absolutes No-Go. Wer auf seine Arbeitskleidung nicht verzichten möchte, darf diese gerne bei einem Kundentermin tragen, dann aber frisch gewaschen und sauber. Das gleiche gilt auch für Schuhe. Wer eine Kundenwohnung betritt, sollte gepflegtes Schuhwerk tragen und keinesfalls Baustellenschuhe. Der Kunde wird immer von der Kleidung auf den Betrieb schließen, denn der Malerunternehmer ist immer als Repräsentant seines Betriebs unterwegs. Hier darf ihm kein textiler Lapsus unterlaufen. Ein lockeres, gepflegtes Outfit kann durchaus passend sein. Reine Freizeitklamotten wie kurze Hose mit Hawaiihemd und Flipflops sind trotz hoher Sommertemperaturen aber absolut tabu. Erbringt der Malerbetrieb hochwertige Malerleistungen, so muss sich dies auch in der Kleidung des Chefs widerspiegeln. Daher sollte auch bei einem lockeren Outfit auf hochwertige, neutrale Komponenten gesetzt werden.

Faustregel zur Orientierung
Doch nicht immer sind es Kundengespräche, die nach einer passenden Kleidung verlangen. Geschäftstermine können vielfältiger Natur sein. Fast jeder Malerunternehmer trifft sich beispielsweise regelmäßig mit seinem Banker. Banker tragen meist Anzug mit Krawatte, sprich Businesskleidung. Malerunternehmer, die sich im Anzug unwohl fühlen, müssen nicht zwingend einen solchen tragen. Business-like sollte es aber schon sein, denn Menschen, die uns ähneln, schätzen wir eher wert und genau das wäre bei einem so wichtigen Gespräch schon wichtig.
Es ist immer hilfreich, sich vor einem Geschäftstermin Gedanken über den oder die Gesprächspartner bzw. Teilnehmer zu machen. Wie wird wohl der Kleidungsstil  dieser Menschen aussehen? Um keinen Fauxpas zu landen, sollte versucht werden, niemals overdressed oder underdressed zu erscheinen. Oder anders gesagt: Man sollte nicht wesentlich besser oder schlechter gekleidet sein als die anderen Gesprächsteilnehmer.  

Verkleiden Sie sich nicht
In der ausgewählten Kleidung sollte sich der Malerunternehmer wohlfühlen. Wer das Gefühl hat, sich zu verkleiden, macht definitiv etwas falsch. Er wird beim Geschäftstermin nicht entspannt auftreten und nicht authentisch wirken. Der Kunde oder Geschäftspartner wird schnell das Gefühl haben, dass irgendetwas nicht stimmt. Und dieses Gefühl kann unter Umständen  den Auftrag kosten. Jeder Mensch hat seinen eigenen Stil. Und für diesen individuellen Kleidungsstil gibt es mit Sicherheit die passenden Kleidungsstücke von Business bis Casual. Niemand muss sich heute mehr verkleiden. Jeder kann sich selbst (er-)finden und wohlfühlen. Kleidung ist der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Malerunternehmer, die das verstanden haben, werden sich anlassgemäß kleiden und auf ihr Äußeres achten, denn: Der erste Eindruck zählt.

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