Das Leuchtturm-Prinzip: Mit Leidenschaft zum Erfolg.

Das Leuchtturm-Prinzip im Malerhandwerk: Mit Leidenschaft zum Erfolg. Viele Maler-Unternehmer kennen das Problem: Man stellt die besten Mitarbeiter ein, alle haben eine gute Ausbildung, fachspezifische Kenntnisse und sind wirklich nicht dumm. Doch auf der Baustelle läuft es einfach nicht rund. Baustellen laufen nicht wie geplant ab. Mitarbeiter machen Dinge einfach falsch, die sie durchaus schon einmal gekonnt haben. Material wird falsch verarbeitet. Oder es fehlt plötzlich Material, was natürlich erst bemerkt wird, wenn die letzte Tapetenrolle aufgebraucht wurde. Und so weiter und so fort. Wenn was schief läuft, will’s keiner gewesen sein. Jeder schimpft auf den anderen. Jeder macht sein eigenes Ding. Da paßt einfach nichts mehr zusammen. Der Chef versucht alles „auszubügeln“, Kunden zu beruhigen und Mitarbeiterstreit zu schlichten. Er leidet inzwischen unter chronischer Arbeitsüberlastung. Das Betriebsklima liegt am Boden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis der Betrieb „rote Zahlen“ schreibt und alles den Bach runter geht. Was läuft hier falsch?

Gute Einzelspieler sind noch keine Mannschaft.
Werfen wir einen Blick in die Fußball-Welt. In Brasilien läuft zur Zeit die Fußball-Weltmeisterschaft. In den nächsten Wochen werden wir viele Mannschaften sehen, bei denen auch das Mannschaftsspiel nicht funktioniert. Jeder weiß in eine Nationalmannschaft werden nur die besten Spieler eines Landes berufen. Dennoch wird es Mannschaften geben, die nur Top-Spieler haben und doch gegen Teams mit schwächeren Spielern verlieren und den Weltmeistertitel verspielen. Wie kann das sein?
Fußball ist eine Mannschaftssportart. Hier kommt es nicht nur auf den Einzelnen, sondern auf die Mannschaft an. Das Zusammenspiel ist hier also ganz entscheidend. Das wird auch vor der Weltmeisterschaft wochenlang in Trainingscamps ausgiebig geübt. Wenn dieses Zusammenspiel trotzdem nicht gelingen will, dann nützen die besten Spieler wenig. Manchmal kann es sogar von Nachteil sein, wenn eine Mannschaft über einen oder mehrere Fußball-Stars verfügt. Gelingt das Zusammenspiel nämlich nicht und verliert die Mannschaft, fühlt sich der „Star auf dem Platz“ in seinem Ego gekränkt. Mal abgesehen davon, daß er natürlich auch um seinen Marktwert fürchtet. Schnell macht er die vermeintlich Schuldigen in seiner Mannschaft aus, die für die Misere verantwortlich sind. Er redet gerne über sie und tut dies zu jeder Gelegenheit auch kund. Das führt natürlich schnell zu einem Gerede übereinander und untereinander, was sicherlich nicht zum Mannschaftsfrieden beiträgt.

Trainerwechsel bei Niederlagen
Herrscht erst einmal ein solches Klima, muß man kein Fußballexperte sein, um zu wissen: Auch die nächsten Spiele werden verloren werden. Was passiert nun im Fußball? Ganz einfach: Es steht ein Trainerwechsel an. Der alte geht, ein neuer kommt. Nicht selten wird dann innerhalb weniger Spiele aus der erfolglosen Mannschaft eine erfolgreiche. Was der Trainer für die Mannschaft ist, das ist der Chef für das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Der Trainer muß aus seiner Mannschaft das beste herausholen. Er ist dafür verantwortlich, daß das Zusammenspiel in der Mannschaft funktioniert. Genauso ist es im Malerbetrieb. Es gibt jedoch einen gravierenden Unterschied: Gelingt es dem Trainer im Fußball nicht, wird er ausgetauscht. In einem inhabergeführten Malerbetrieb bleibt der Chef solange das Unternehmen besteht. Das ist auch richtig so, denn schließlich ist es ja sein Unternehmen. Im Vergleich zu einem Trainer hat er es also viel schwerer. Er muß über Jahre, Jahrzehnte hinweg, seine Teammitglieder motivieren, zusammenschweißen und für das richtige Zusammenspiel sorgen. Das ist nicht einfach, sondern Schwerstarbeit. Wie kann ihm das gelingen?

Das Team zum Sieg „führen“.
Der Trainer „führt“ seine Spieler zum Sieg. Auch der Chef muß seine Mitarbeiter „führen“. Doch was heißt das? Führen heißt, gemeinsam mit Menschen Ziele erreichen. Neudeutsch spricht man auch von „Leadership“. Leadership ist erfolgreicher, wenn der Chef ein gutes Vorbild ist. An ihm orientieren sich die Teammitglieder – im Fußball wie im Unternehmen. Und so ist der Chef seinen Mitarbeitern Vorbild und Wegweiser. Er ist ihnen ein Leuchtturm, der sein Licht ausstrahlt und Orientierung gibt. Er weist seinen Leuten den rechten Weg. Aber wohin geht der Weg? Das ist die Schlüsselfrage. Wer diese als Chef nicht beantworten kann, wird auch nicht erfolgreich führen können. Ein Chef muß Visionen entwickeln. Er muß wissen, wo er mit seinem Malerbetrieb hin will. Was er erreichen will. Wo sein Betrieb in 5 Jahren stehen soll. Weiß er das alles, dann muß er auf diese Reise, auf diesen Weg seine Mitarbeiter mitnehmen.

Dazu gehört aber auch das eigene Handeln auf den Prüfstand zu stellen und selbstkritisch zu hinterfragen. Wer immer nur mösert, meckert, keine konstruktive Kritik übt, sondern alles und jeden beschimpft, darf nicht erwarten, daß ihn seine Mitarbeiter freudig jubelnd auf der Baustelle begrüßen. Ein solcher Chef wird lieber von hinten gesehen und manch ein Mitarbeiter wird dabei an den beliebten Spruch denken: Chefs sind Vorbilder und Bilder hängt man auf. Im übrigen werden sich die Mitarbeiter – getreu ihrem Vorbild – ihren Kollegen gegenüber ebenso verhalten. Ein Chef, der ob der ganzen Probleme in Lethargie verfällt, nur lustlos seine Baustellen abschreitet und kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt, was wieder alles schief gelaufen ist, ohne es anzupacken, zu ändern und das Ruder herumzureißen, ist ebenfalls fehl am Platz und darf von seinen Mitarbeitern keine Wunder erwarten. Sie werden genauso lustlos ihrer Arbeit nachgehen und den Arbeitstag nahezu verschlafen.

Mit Leidenschaft siegen.
Ein Chef ist nur Vorbild, wenn er selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Hierfür muß man übrigens kein Seminar zu dem Thema „Wie werde ich ein gutes Vorbild“ besuchen. Das Stichwort lautet „Leidenschaft“. Wer seinen Job leidenschaftlich gerne ausübt und sich selbst auf seine Arbeit freut, dem werden seine Mitarbeiter von ganz alleine folgen. Sie werden ebenso wie ihr Chef mit Leidenschaft und Engagement ihre Arbeit ausführen. Wer als Chef diese Leidenschaft nicht mehr in sich spürt und sich zur Arbeit quält, sollte zunächst etwas in seinem Leben ändern.

Werfen wir nochmals kurz einen Blick zurück auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Das deutsche Team wurde als „Weltmeister der Herzen“ gefeiert. Jeder einzelne Spieler zeigte vollen Einsatz, war motiviert bis in die Fußspitzen. Es machte großen Spaß, ihnen beim Spielen zuzuschauen. Die Mannschaft stand zusammen und spielte zusammen. Und gemeinsam wollten sie etwas Großes erreichen. Und das haben sie auch erreicht, auch wenn sie „nur“ den dritten Platz belegten. Das Erfolgsrezept kommt in dem Song der Sportfreunde Stiller, das in dieser Zeit fast zur deutschen Hymne wurde und sicher noch allen im Ohr ist, zum Ausdruck: „54, 74, 90, 2006, ja so stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein.“ 

Wer seinen Betrieb mit Leidenschaft führt, wird es ebenso weit bringen. Natürlich wird es auch in einem Unternehmen immer Dinge geben, die verbessert werden können und müssen. Der Markt ändert sich ständig und da muß man am Ball bleiben, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Doch egal, ob neue Organisationsmodelle eingeführt oder neue Techniken erlernt werden sollen – die Mitarbeiter werden mitziehen.