Corona-Zwischenbilanz: Keine signifikanten Negativeffekte für Bau- und Ausbaubetriebe

Corona-Zwischenbilanz: Keine spürbaren Negativeffekte für Bau- und Ausbaubetriebe

Der Lockdown wurde abermals verlängert. Ganze Wirtschaftsbranchen dürfen seit Monaten nicht arbeiten. Einen kleinen Lichtblick gibt es jetzt für Friseursalons, die ab März wieder öffnen dürfen. Aber auch viele nicht unmittelbar von dem Lockdown betroffene Unternehmen bekommen die Folgen zu spüren. 

Ein Blick ins Handwerk zeigt: Bis auf den Bau- und Ausbaubereich sind fast alle anderen Gewerkegruppen derzeit von massiven Umsatzeinbußen betroffen. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres verzeichnen mehr als 50 Prozent der nicht zum Bau- und Ausbaubereich gehörenden Betriebe Umsatzausfälle. Am stärksten betroffen sind persönliche Dienstleistungs- (90 Prozent) sowie KFZ- (76 Prozent) und Gesundheitshandwerke (72 Prozent). Dies ergab eine Umfragerunde des Zentralverbands des Deutschen Handwerk (ZDH), die Ende Januar 2021 zu den Auswirkungen von Corona durchgeführt wurde. Insgesamt hatten sich 2.552 Betriebe an der Befragung beteiligt. Es handelt sich um die neunte Betriebsbefragung in der Pandemie, die den aktuellen Zustand im Handwerk beleuchtet. 

Dass Bau- und Ausbaubetriebe noch weitestgehend unbeeinträchtigt vom Lockdown arbeiten können, ist für die Betriebe ein großes Glück. So konnte jeder achte Ausbaubetrieb gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar ein Umsatzplus verzeichnen. Recht positiv gestaltet sich auch der Auftragsbestand im Bau- und Ausbaubereich. Jeweils ein Viertel der Betriebe konnte hier ein Plus an Aufträgen verzeichnen (Bau: 25 Prozent; Ausbau: 22 Prozent). In diesen Betrieben sind die Auftragsbestände um durchschnittlich 33 (Bau) bzw. 28 Prozent (Ausbau) angestiegen. Alle anderen Gewerke müssen zu Jahresbeginn teilweise mit massiven Auftragseinbrüchen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum kämpfen.  

Auftragsbestand Handwerk - Grafik

Auftragspolster schmelzen deutlich im Gesamthandwerk. Bis auf den Bau- und Ausbaubereich berichten derzeit mehr Betriebe von sinkenden als von wachsenden Auftragsbeständen. Quelle: ZDH

Die wirtschaftliche Situation der Betriebe spiegelt sich natürlich auch in ihrer Erwartungshaltung für das erste Quartal 2021 wider. Während Bau- und Ausbaubetriebe der Umfrage zufolge für das Frühjahr wieder eine saisontypische Geschäftsbelebung erwarten, teilen ihre Handwerkskollegen diesen Optimismus nicht. Alle anderen Handwerksbereiche gehen in der Summe von einer Abnahme der Auftragspolster in den ersten drei Monaten 2021 aus, wobei die KFZ-Handwerke wie bereits in der Dezember-Umfrage dabei wohl am pessimistischsten sind.

Wie jedes andere Unternehmen müssen auch die Bau- und Ausbaubetriebe mit Mitarbeiterausfällen wegen Erkrankung, Quarantäne oder Betreuung von Kindern klarkommen. Hier zeigt sich bei der Frage nach der Personalverfügbarkeit in den letzten 4 Wochen in allen Gewerken ein ziemlich einheitliches Bild. Im Durchschnitt waren 31 Prozent der Betriebe von fehlendem Personal betroffen, annährend so viele wie in der Dezember-Umfrage (34 Prozent).  

Zusammenfassend zeigt sich, dass Bau- und Ausbaubetriebe weitaus weniger von staatlichen Anordnungen betroffen sind als viele ihre Handwerkskollegen. Sie gehören daher bis jetzt zu den wenigen Wirtschaftsbereichen, die wegen Corona zu keinen immensen Einschränkungen gezwungen waren und dadurch bis jetzt auch keine signifikanten wirtschaftlichen Einbußen verkraften mussten bzw. müssen. Im Vergleich zu vielen ihren Handwerkskollegen geht es den Bau- und Ausbauhandwerkern unter den aktuellen Umständen gut. 

Das vollständige Umfrageergebnis kann auf den Onlineseiten des ZDH abgerufen werden (externer Link): https://www.zdh.de/fachbereiche/wirtschaft-energie-umwelt/konjunktur-umfragen/sonderumfragen/umfrage-zu-den-auswirkungen-von-corona-9/