Wirtschaftsausschuss berät Wiedereinführung der Meisterpflicht

In 53 Gewerken wurde im Jahr 2004 die Meisterpflicht abgeschafft. Dies traf unter anderem auch das Fliesenlegerhandwerk. Jetzt kommt wieder Schwung in die Diskussion um die Wiedereinführung des Meisterbriefs, nicht zuletzt durch den Antrag, den die bayerische Landesregierung im September im Bundesrat einbrachte und der auf die Wiedereinführung des Meisterbriefs in verschiedenen Handwerksberufen, bei denen dies geboten und rechtlich möglich ist, abzielt.

Am 29. November steht dieses Thema daher auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses des Bundesrates. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa appelliert daher nochmals an die Ausschussteilnehmer in Erwartung einer positiven Entschließung.

Felix Pakleppa

Felix Pakleppa, Foto: ZDB

Pakleppa sagt: „Die Wiedereinführung des verpflichtenden Meisterbriefs für einige Gewerke, die seit der Handwerksnovelle im Jahr 2004 zulassungsfrei sind, muss kommen. Daher erwarten wir, dass der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats morgen einen entsprechenden Beschluss fasst. Die Folgen der Handwerksnovelle im Jahr 2004 sehen wir in der Bauwirtschaft mit großer Sorge: Im Fliesenleger-Handwerk beispielsweise ist die Zahl der Meisterprüfungen seitdem um 80 % zurückgegangen. Damit einher geht auch ein enormer Rückgang der Ausbildungsleistung, die sich seit 2004 mehr als halbiert hat. Diese Entwicklung muss in den betroffenen Bauberufen dringend korrigiert werden, um das System der dualen Ausbildung nicht weiter zu schwächen. Der Meisterbrief ist zudem ein wichtiges Gütesiegel im Sinne des Verbraucherschutzes, das für Handwerksqualität und gut ausgebildete Fachkräfte steht. Wir begrüßen, dass der Freistaat Bayern diesen Antrag in den Bundesrat eingebracht hat und erwarten eine positive Entschließung im Wirtschaftsausschuss. Dass die Wiedereinführung des Meisterbriefs geprüft werden soll, ist auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigt – der Beschluss des Bundesrats hierzu wäre ein wichtiges Signal zur tatsächlichen Umsetzung des Vorhabens.“