Weihnachtsfeier – gut gedacht, aber schlecht gemacht

Weihnachtsfeier – gut gedacht, aber schlecht gemacht„Alle Jahre wieder…“ so tönt es nicht nur aus dem Radio. Alle Jahre wieder lädt der Chef zur Weihnachtsfeier. Die jährliche Weihnachtsfeier ist in vielen Maler- und Stuckateurbetrieben gelebte Tradition. Darauf kann und darf aus Sicht des Unternehmers nicht verzichtet werden. Umso enttäuschter zeigt sich der Chef, wenn zahlreiche Mitarbeiter der Einladung nicht folgen oder auf der Betriebsfeier keine gute Stimmung aufkommen will. Das kann natürlich daran liegen, dass es um das Betriebsklima im Unternehmen nicht wirklich gut bestellt ist. Es kann aber auch ganz andere Gründe haben.

Privatleben im Blick haben
Jeder Mitarbeiter hat ein Privatleben. Er hat Familie, ist in Vereinen organisiert und pflegt Freundschaften. In der Adventszeit erreichen Eltern, Vereinsmitglieder oder Freunde zahlreiche Einladungen zu Weihnachtsfeiern. Gemütliches Miteinander wird im Kindergarten, in Schulen, in Vereinsheimen oder bei Freunden zelebriert. Dass bei dem einen oder anderen Mitarbeiter die Begeisterung über eine weitere Weihnachtsfeier eher verhalten ausfällt, ist also durchaus verständlich. Es ist vom Chef gut gemeint, aber für viele Mitarbeiter ist dies nur ein weiterer Termin in der ohnehin hektischen Vorweihnachtszeit.

Betrieblichen Stress nicht unterschätzen
Nicht vergessen werden darf auch, dass zum Jahresende die meisten Betriebe unter der Arbeitslast stöhnen. Baustellen sollen noch abgeschlossen, Schlussrechnungen noch geschrieben und neue Aufträge fürs neue Jahr akquiriert werden. Wo aber Stress und Hektik den Alltag bestimmen, ist Abschalten nur schwer möglich, was sich auch auf die Stimmung niederschlägt. Was vom Chef gut gemeint war, endet dann oft im Desaster.      

Alternativen erkennen
Weihnachtsfeiern im klassischen Sinn sind kein Muss. Nur weil etwas schon immer so war, muss es nicht auch in diesem oder im nächsten Jahr so sein. Oft gibt es wunderbare Alternativen, um in gemütlicher Runde den Mitarbeitern seine Wertschätzung und Anerkennung zu zeigen.

Möchte der Chef seine Mitarbeiter gerne in ein nettes Restaurant ausführen, dann kann er dies auch schon im Herbst tun. Oder die Betriebsfeier wird einfach aufs Frühjahr oder in den Sommer verlegt. Es kommt auf die Geste und nicht auf die Jahreszeit an. Wer dennoch gerne etwas in der Vorweihnachtszeit unternehmen möchte, kann auch zu einem zwanglosen Bummel über den Weihnachtsmarkt und auf ein Glas Glühwein einladen. Spontanität kommt ebenfalls gut bei Mitarbeitern an. Kehren am späten Nachmittag die Mitarbeiter von den Baustellen zurück, könnte der Chef einen kleinen Imbiss und Getränke reichen – ganz zwanglos, ohne Hektik, ohne Stress, einfach kurz und nett.

Sich keinen Fauxpas leisten
Egal, ob der Chef in ein Restaurant einlädt, einen Imbiss reicht oder einen Weihnachtsmarktbummel macht, er sollte ein paar Grundregeln beachten, um das Event gelingen zu lassen. Da ein gemütliches Beisammensein gleich welcher Art immer mit Essen und Trinken einhergeht, sollten Essgewohnheiten oder Allergien der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Ordert der Chef für alle, sollte er dies vorher abklären. Alkohol hebt bekanntlich die Stimmung und ist daher auf jeder Betriebsfeier präsent. Der Chef ist aber Vorbild, das heißt er hat einen klaren Kopf zu behalten. Zu viel Alkohol wirft ein schlechtes Bild auf eine Führungskraft. Und last but not least sollte der Chef Smalltalk beherrschen. Smalltalk heißt übrigens nicht, betriebliche Belange zu erörtern oder den Mitarbeitern endlich mal den Marsch zu blasen. Unter Smalltalk ist vielmehr eine nette Plauderei zu verstehen. Auf politische Grundsatzreden und die Weitergabe religiöser Weltanschauungen sollte der Chef dabei verzichten. Chefs, die sich diese Punkte zu Herzen nehmen, haben es nicht nur gut gedacht, sondern auch gut gemacht.