Was ist „RFID“?

Was ist RFID?

Fast jeder hat schon von „RFID“ gehört. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Abkürzung und welche Bedeutung hat das? Malerblog.net hat Carsten Andrä, den geschäftsführenden Gesellschafter der C.A.T.S.-Soft GmbH, in Gladenbach danach gefragt und folgende Antwort erhalten:

Carsten Andrä, geschäftsführender Gesellschafter C.A.T.S.-Soft GmbH

Die Abkürzung „RFID“ ist aus dem englischen Begriff Radio-Frequency IDentification entstanden. Es geht dabei um ein Verfahren, das mit Radiowellen der Lokalisierung und Identifizierung von Objekten auf automatisierten und berührungslosen Weg, dient.

Sender und Empfänger nötig
Hierbei besteht das System der Erkennung aus zwei Komponenten, dem Transponder und einem Empfänger.

Beim Transponder, der auch oft als Tag bezeichnet wird, kann man zwischen aktiven und passiven Tags unterscheiden. Bei den passiven Tags, die meist in Form von Etiketten bestehen, die die technischen Bestandteile beinhalten, besteht keine externe Stromversorgung. Der Strom für das Auslesen wird über das vom Empfänger (Reader) erzeugte elektromagnetische Feld erzeugt. Im Unterschied dazu haben aktive Tags eine externe Stromversorgung, was dann von Bedeutung ist, wenn die Tags über größere Entfernungen ausgelesen werden sollen. Insbesondere passive Tags lassen sich somit an fast beliebiger Stelle anbringen, sei es als Etikett, als Chipkarte, in Bekleidungsstücke eingenäht oder sogar auf Wunsch unter die Haut implantiert (z.B. https://www. iamrobot.de/).

NFC als auf RFID aufbauendem Standard
Ein Begriff, der häufig zusammen und gleichgesetzt mit „RFID“ genutzt wird, ist „NFC“. Dabei handelt es sich um die Abkürzung für Near Field Communication. NFC, also übersetzt Nahfeldkommunikation, setzt auf dem technischen RFID-Standard auf. Hierbei wird auf eine besondere Frequenz im RFID-Standard (HF / Hochfrequenz) aufgesetzt, so dass NFC den Datenaustausch insbesondere über kurze Entfernungen ermöglicht. Die Geräte für den Datenaustausch müssen sich also in unmittelbarere Nähe, in der Regel wenige Zentimeter, befinden. 

Viele Anwendungsgebiete von Personalausweis bis Werbetafel
Die Anwendungsgebiete von RFID und NFC sind somit sehr vielseitig und in der modernen Welt fast nicht mehr wegzudenken. Zunächst kann man an die Bezahlfunktion in Kredit- oder Bankkarten denken. So ist es heute fast schon Standard die Karte einfach an das Lesegerät im Supermarkt zu halten, um den Bezahlvorgang kontaktlos einzuleiten. Daneben eignen sich NFC-Tags auch wunderbar der Identifikation, also z.B. bei Zugangssystemen zu Gebäuden oder Räumen oder der Identifikation z.B. in Zeiterfassungssystemen. Insbesondere für diese Anwendungsgebiete ist erwähnenswert, dass der Standard eine verschlüsselte Übertragung der Daten vorsieht. Auch der deutsche, elektronische Personalausweis basiert auf dieser Technologie und ermöglicht beispielsweise die Identifikation im Internet für Behördendienstleistungen oder ähnliches.

NFC-Nutzung revolutioniert durch Smartphone-Nutzung
Einen wichtigen Schritt in der Nutzung von RFID und NFC brachte die Implementierung dieser Technologie in immer mehr Smartphones. Dabei dient das Smartphone sowohl als Sender- als auch als Empfänger, was einen bidirektionalen Datenaustausch ermöglicht. So lassen sich beispielsweise Daten wie Fotos oder Bilder von einem auf das andere Smartphone übertragen, indem diese Rücken an Rücken aneinander gehalten werden z.B. über Android Beam.

Einen großen Einfluss hat das zum Beispiel auf die Bereiche der Verwaltung von Beständen und Geräten. Werden beispielsweise die Geräte des Maler- und Stuckateurbetriebes mit eindeutigen NFC-Tags markiert so kann an jeder Stelle mit einem gewöhnlichen Smartphone dieser ausgelesen und somit der Ort und Zustand des Gerätes verwaltet werden. Das spart Zeit und sorgt dafür, dass Engpässe hinsichtlich der Verfügbarkeit benötigter Maschinen auf der Baustelle vermieden werden, spart also bares Geld.

Der Identifikations-Chip (NFC-Chip) macht jedes Gerät einmalig und unverwechselbar. Beispiel: Die Gerätemanager-App (siehe Foto) der betriebswirtschaftlichen Maler-Software C.A.T.S.-WARICUM erkennt den auf dem Gerät aufgeklebten NFC-Chip automatisch. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Gerät verdreckt, defekt oder weg? Der neue Gerätemanager bringt Licht ins Dunkel.

Als weiterer Anwendungsbereich, der auf RFID-Technik basiert kann produkt- und kundenindividuelle Werbung gesehen werden. So wird bereits heute teilweise Werbung auf elektronischen Werbetafeln abhängig vom Kunden, der sich in der Nähe befindet, angezeigt. Der Austausch zwischen Werbetafel und Smartphone macht es also möglich, den Kunden passgenau mit Werbung zu versorgen und auf seinem Weg durch das Einkaufszentrum zu begleiten.

Große Chancen, aber auch bewusster Umgang notwendig
Wie man sieht, besitzen RFID- und NFC-Technik ein großes Potential in den möglichen Anwendungen aber auch die Gefahr von Überwachung und Manipulation.

Natürlich sind auch Gefahren hinsichtlich der Sicherheit der persönlichen Daten zu beachten. So wurden beispielsweise bereits Versuche unternommen Daten von Kreditkarten über einen RFID-Reader zu stehlen, die sich im Geldbeutel oder der Brieftasche befindet. Um dies zu vermeiden leisten kleine Hüllen für Kreditkarten oder Reisepass gute Dienste. Zur Not reicht natürlich auch ein Stück Alufolie. 

Datenschutz und Datensicherheit müssen daher auch bei der Nutzung dieser Technik eine wichtige Rolle spielen, Nutzen und Risiken immer bewusst abgewogen werden.