Wärmedämmung in der Kritik

Wärmedämmung in der Kritik„Brandgefährliche Fassadendämmung: Das falsche Spiel der Lobbyisten“, so lautete der Titel des Fernsehbeitrags, den die WDR-Sendung „Monitor“ am 09. Januar 2014 in der ARD ausstrahlte. Der Aufmacher des Films sind brennende Häuser in Berlin und Frankfurt sowie der Flughafenbrand 1996 in Düsseldorf. Ein Brandschutzexperte kommt zu Wort und plädiert für ein Verbot des Dämmstoffs Styropor. Aber nicht nur die Brandgefahr wird thematisiert, auch die Wirtschaftlichkeit der Dämmung wird angezweifelt. Einsparquoten sind hier das große Thema. Wieviel Energie kann eingespart werden? 70%, 50% oder weniger als 20%. Experten kommen zu Wort. Das Ergebnis: Eine Dämmung bringt weniger als von den Wärmedämm-Lobbyisten versprochen.  

Was behält sich der Zuschauer von dieser Sendung? Antwort: Wärmedämmung bringt nichts, kann sogar gefährlich sein.   
 
Das ist jedoch zu kurz gegriffen und nicht zielführend. Ob, wo und wie hoch ein Haus Einsparpotentiale durch energetische Sanierungen bietet, bedarf immer einer Einzelfallbetrachtung. Hierfür gibt es Energieberater, die ganz individuell, ausgehend vom Bestandsgebäude, den Hausbesitzern die Wirtschaftlichkeit möglicher Sanierungsmaßnahmen berechnen, Handlungsempfehlungen abgeben und Alternativen aufzeigen. Die Hausbesitzer hierüber aufzuklären wäre sinnvoll gewesen. 
 
Fachbetriebe sollten sich mit der durch die Sendung aufgeworfenen Fragestellungen auseinandersetzen, um verunsicherten Hausbesitzern Rede und Antwort stehen zu können. Schließlich sind sie der erste Ansprechpartner vor Ort. Die dena (Deutsche Energie-Agentur) hat mit einem im Internet veröffentlichten „Faktencheck“ auf die Monitor-Sendung reagiert und sich mit den dort angesprochenen Themen intensiv auseinandergesetzt.   
 
Es ist bedauerlich, daß Energiesparen immer mit Geldsparen gleichgesetzt wird. Wird also nicht viel Geld gespart, lohnt sich auch das Energiesparen nicht. Diese rein monetär geführten Diskussionen über die vermeintlichen Einsparpotentiale werden dem Thema „Klimaschutz“ in keiner Weise gerecht. Die rein monetäre Betrachtung entfernt uns immer mehr von der dringend erforderlichen Energiewende zum Schutz unserer Umwelt. Geht es den Hausbesitzern wirklich nur darum, Geld zu sparen. Geht es nicht vielen auch um mehr? Geht es nicht um das Klima, um unsere Umwelt, um unsere Zukunft und um die Zukunft der nachfolgenden Generationen? Warum sollte ein älteres Rentnerehepaar nicht in eine umfangreiche energetische Sanierung (inkl. Fassendämmung) ihres Altbaus investieren, obwohl es weiß, daß sich diese Investition zu ihren Lebzeiten nicht amortisiert? Hierüber sollten all jene mal nachdenken, die bislang ausschließlich Wirtschaftlichkeitsberechnungen in den Vordergrund stellen.  
 
Mehr zu dem Thema:
Die Sendung kann in der ARD-Mediathek abgerufen werden: „Brandgefährliche Fassadendämmung: Das falsche Spiel der Lobbyisten“ 
Faktencheck der dena (Deutsche Energie-Agentur) zur Monitor-Sendung: Der „Faktencheck“