Praxis-Tipp: Richtiges Abkleben will gelernt sein

Praxis-Tipp: Richtiges Abkleben will gelernt sein

Es kommt täglich in Maler- und Stuckateurbetrieben zum Einsatz: das Klebeband. Doch Klebeband ist nicht gleich Klebeband. Das weiß fast jeder Maler und Stuckateur aus eigener, leidvoller Erfahrung. Oberflächen werden zum Schutz sorgfältig abgedeckt und abgeklebt und nach getaner Arbeit werden die Abdeckung und das Klebeband wieder entfernt. Doch trotz sorgfältigen Abklebens werden nicht selten Probleme sichtbar, die Nacharbeiten erforderlich machen. Schlimmstenfalls sieht sich der Maler sogar Regressansprüchen des Kunden ausgesetzt.

Farbunterläufe sind unschön und müssen nachgearbeitet werden.

Farbunterläufe sind unschön und müssen nachgearbeitet werden. Foto: Tesa SE

Zu den häufigsten Problemfällen zählen Farbunterläufe, Farbveränderungen, Klebemasserückstände, Ablöseerscheinungen oder Lackabrisse. Je nach Umfang und Ausgestaltung der Schäden ist der durch die Beseitigung entstehende zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen. Das kann einen Malerbetrieb ganz schön in die Bredouille bringen.

Ganz schön ärgerlich: Rückstände der Klebemasse, Foto: Tesa SE

Malerblog.net hat den zuständigen Marketing Manager bei Tesa SE, Herrn Rudi Rebentisch, gefragt: Was sollte ein Maler vor dem Abkleben beachten? Hier ist seine Antwort:

Rudi Rebentisch, Marketing Manager bei Tesa SE, Foto: Tesa SE

In der Baupraxis gibt es eine Vielzahl von Arbeiten, bei denen Abklebebänder benötigt werden. Die Anforderungen sind dabei sehr verschieden. Da werden zum Beispiel in einem Fall für Putzarbeiten wochenlang Verklebungen im Außenbereich benötigt. Im anderen Fall, zum Beispiel beim Aufbringen von Wandlasuren, ist nur für kurze Zeit ein leichter Schutz vor Spritzern erforderlich. An anderer Stelle werden wiederum robuste Klebebänder verlangt, die auch nach Auftrag dicker Fußbodenbeschichtungen nicht einreißen.

Klar ist, dass ein einzelnes Produkt nicht allen Anforderungen gerecht werden kann und in einigen Fällen speziell geeignete Klebebänder zum Einsatz kommen müssen. Irgendein Klebeband zu verwenden, zahlt sich oft nicht aus; denn dadurch kommt es im Nachhinein häufig zu Reklamationen und entsprechender Mehr- und Nacharbeit. Um perfekte Ergebnisse zu erzielen, müssen vier grundsätzliche Punkte berücksichtigt werden:

 

1.Die richtige Produktauswahl
– Innen- oder Außenanwendung
– Art des Untergrundes
– Einsatzdauer
– Anspruch an Präzision
– Geforderte Robustheit

2. Das richtige Anbringen
– Saubere Verklebungsfläche
– Richtiges Andrücken
– Umgebungstemperatur

3. Das richtige Abziehen
– Fachgerechter Winkel
– Langsam und gleichmäßig
– Temperatur beim Abziehen
– Zeitpunkt

4. Die richtige Lagerung
– Lagertemperatur
– Lagerdauer

 

Die Ausführungen des Experten Rudi Rebentisch machen deutlich: Nicht jedes Klebeband ist für jede Anforderung geeignet. Richtiges Abkleben will gelernt sein. Welches Klebeband wann zum Einsatz kommt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Hierbei spielen der spezielle Anwendungsfall, der Einsatzort, die Oberflächenbeschaffenheit, die Temperatur und Einsatzdauer und vieles mehr eine nicht unbedeutende Rolle. Auf das richtige Entfernen und Lagern des Klebebandes ist ebenfalls zu achten. Im Zweifel ist der Maler stets gut beraten, wenn er den entsprechenden Anwendungsfall vorher testet.