Ist Mundpropaganda noch zeitgemäß?

Ist Mundpropaganda noch zeitgemäß?

Mundpropaganda, im Volksmund gerne Mund-zu-Mund-Propaganda genannt, stellt für jedes Unternehmen eine gute Werbung dar. Ein Kunde spricht bei Freunden, Verwandten und Bekannten positiv über seine Erfahrungen mit dem Unternehmen. Durch seine positive Erzählung spricht er gezielt oder zwischen den Zeilen eine Empfehlung aus. Da eine Freundschaft auf Vertrauen basiert, wird solchen Äußerungen natürlich besonderer Glauben geschenkt. Eine solche Empfehlung ist daher für jedes Unternehmen der Welt echtes Geld wert. Doch diese klassische Form der Mundpropaganda lässt sich nicht kaufen. Sie lässt sich nur erarbeiten. Das macht sie auch in den Augen von Freunden und Bekannten so wertvoll.  

Älteste Werbeform
Mundpropaganda ist vermutlich die älteste Werbeform überhaupt. Geredet wurde schon immer. Ob auf dem Kaffeekränzchen, beim Metzger, Bäcker oder auf Facebook, Twitter & Co. – jeder gibt gerne seine Erfahrungen an Freunde, Bekannte oder eben seine Fangemeinde weiter. Menschen reden gerne über Dinge, die der Rede wert sind, also über etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches, etwas, was sie so nicht erwartet hatten. Daher kann jeder Malerunternehmer, der über Mundpropaganda Neukunden gewinnt, sehr stolz darauf sein. Denn es besagt letztendlich, dass sein Malerbetrieb, seine Malerleistung, als etwas Besonderes vom Kunden wahrgenommen wurde. Der Kunde war mehr als zufrieden, er war positiv überrascht. Diese klassische Mundpropaganda hat daher auch heutzutage an Werbewert nichts eingebüßt. Für Betriebe stellt sich daher die Frage, ob einer solchen Werbeform nicht nachgeholfen werden kann anstatt sie dem Zufall zu überlassen.

Der „Wink mit dem Zaunpfahl“
Doch nicht jeder Kunde, der positiv gestimmt ist, erzählt auch sogleich davon. Das ist kein böser Wille, sondern er denkt schlichtweg nicht daran, seine Erfahrungen zu teilen und den Betrieb weiter zu empfehlen. Mit einer freundlichen Aufforderung darf der Kunde gerne daran erinnert oder mit der Nase darauf gestoßen werden. Auf der Rechnung, im Rechnungsanschreiben oder auf einem Kundenbewertungsbogen könnte beispielsweise die folgende Aufforderung stehen  „Wenn Sie mit uns zufrieden waren, dann empfehlen Sie uns weiter. Wenn nicht, dann sagen Sie es uns bitte!“  

Kunden lassen sich auch gezielt zur Neukundengewinnung einsetzen. Für jeden neuen Kunden, der durch die Empfehlung des Altkunden gewonnen wurde, zahlt der Betrieb eine Geld- oder Sachprämie an den Altkunden. Auf diese Weise wird Mundpropaganda – entgegen der ursprünglichen Definition – käuflich.  Da es sich bei diesen Prämienzahlungen aber noch um vergleichsweise kleine „Beute“ handelt, sind sie mehr als Dankeschön an den Altkunden zu verstehen.   

Kommerzielle Mundpropaganda
Nicht nur ein kleines Dankeschön, sondern echte, bezahlte Beeinflussung ist eine gänzlich neue Form der „Mundpropaganda“. Sie spielt sich in den sozialen Medien ab. Hier helfen Unternehmen durch den Einsatz von bezahlter Mundpropaganda dem Verkauf ihrer Produkte nach. Die Rede ist von sog. „Influencern“. Das Wort leitet sich vom Englischen „to influence“, zu Deutsch „beeinflussen“, ab. Influencer sind Personen, die auf Social-Media-Plattformen wie Facebook, Instagram oder Youtube über eine hohe Followerzahl verfügen und bei diesen auch hohes Ansehen genießen. Dass was der Influencer über ein Produkt positiv erzählt, steht daher der Empfehlung eines guten Bekannten gleich. Das macht Influencer so interessant für Unternehmen. Viele Influencer bestreiten mittlerweile ihren Lebensunterhalt mit dieser Art von Produktwerbung. Mit klassischer Mundpropaganda, die ohne monetäre Gegenleistung auskommt, hat dies allerdings nichts mehr zu tun. Dessen sollten sich auch Malerunternehmer bewusst sein, die vielleicht selbst als Follower einem Influencer folgen, denn mittlerweile ist das sog. Influencer-Marketing in allen Branchen, auch in der Baubranche, angekommen. 

Fazit
Durch diese neue Werbeform ist die klassische Mundpropaganda aber nicht tot. Solange Menschen aufeinandertreffen, werden sie auch weiterhin über das, worüber es sich zu reden lohnt, erzählen. Malerunternehmer sollten daher um die Wirkung von Mundpropaganda wissen und für sich nutzen, denn  sie ist ein bewährtes Werbemittel  und im besten Fall völlig kostenfrei für den Betrieb.