Farbenindustrie sieht Verfügbarkeit von Konservierungsmitteln bedroht

Die europäische Farbenindustrie sieht die zukünftige Verfügbarkeit von Konservierungsmitteln bedroht. Immer mehr Konservierungsmittel würden aus dem Verkehr gezogen und keine neuen an deren Stelle zugelassen. Darauf verweisen der Europäische Verband der Lack-, Druckfarben- und Künstlerindustrie (CEPE) sowie der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL) in einer gemeinsamen Mitteilung. Die beiden Verbände sehen die Ursache für die drohende Verknappung vor allem in den derzeitigen EU-Verordnungen und Überprüfungsverfahren.

Christel Davidson, Geschäftsführerin von CEPE sagt dazu: „Die derzeitigen Vorschriften haben ein langwieriges und kostspieliges System geschaffen, bei dem die Hersteller von Konservierungsmitteln nur selten neue Stoffe auf den Markt bringen. Darüber hinaus führt ein neues Überprüfungsprogramm zu einer Verringerung der Zahl der vorhandenen Konservierungsmittel. Die Situation erreicht jetzt einen Wendepunkt“.

Warum sind Konservierungsmittel wichtig?
CEPE und VdL verweisen eindringlich auf den Nutzen von Konservierungsmitteln und führen dazu aus: Konservierungsmittel sind wichtig, um die Nutzungsdauer von Produkten wie Farben, Lacke und Druckfarben zu verlängern, die auf Wasserbasis hergestellt werden. Ohne Konservierungsmittel finden Mikroorganismen in Gegenwart von Wasser gute Wachstumsbedingungen, wodurch Farben und Lack bereits im Gebinde verderben oder die fertig beschichtete Oberfläche beschädigt wird. Dies führe dazu, dass mehr Produkte entsorgt und häufiger nachgestrichen werden müssen. Dies stehe im direkten Widerspruch zu den grünen und kreislauforientierten Zielen der EU.

Wie kann die Verfügbarkeit sichergestellt werden?
CEPE und VdL fordern die Regulierungsbehörden auf, die Anforderungen der Biozidproduktverordnung (BPR) zu ändern, welche die Zulassung und Verwendung von Konservierungsmitteln regelt. Als erster und unmittelbarer Schritt sollten Vorfestlegungen auf Ebene der Wirkstoffgenehmigung vermieden werden und stattdessen eine Risikobewertung in der Phase der Produktzulassung stattfinden. Dies sollte insgesamt zu einem ganzheitlicheren Ansatz bei der Folgenabschätzung führen, zu einem besseren Entscheidungsprozess beitragen und De-facto-Verbote vermeiden.

„Die derzeitigen Verordnungen sind einfach nicht zweckdienlich, und es besteht die reale Gefahr, dass für wichtige Produkte wie Farben, Lack- und Druckfarben und Künstlerfarben keine Konservierungsmittel mehr zur Verfügung stehen“, so Davidson. „Berichte haben bereits gezeigt, dass die Biozidproduktverordnung dringend überarbeitet werden muss. Wir müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass die Hersteller bestehende Konservierungsmittel liefern können. Nur so sind unsere Mitglieder in der Lage, weiterhin ordnungsgemäß konservierte Farben und Druckfarben herzustellen und gleichzeitig die Innovation und Entwicklung neuer Konservierungsmittel für die Zukunft zu fördern.“