Was ist „Open-Source-Software“?

Digitalkunde: open source software

Oftmals hört man gerade in Verbindung mit dem Schutz persönlicher Daten den Begriff „Open Source“ in den Medien. Doch was versteht man eigentlich darunter. Malerblog.net hat hierzu Carsten Andrä, geschäftsführender Gesellschafter der C.A.T.S.-Soft GmbH, gefragt:

Carsten Andrä, geschäftsführender Gesellschafter C.A.T.S.-Soft GmbH

Der Begriff „Open Source“ besagt, dass der sogenannte Quellcode eines Produktes, Softwareproduktes im engeren Sinne, öffentlich frei lesbar ist. Dazu muss man wissen, dass in der Regel Softwareprogramme nicht im ursprünglichen Quelltext, also den einzelnen Programmierbefehlen, die der Entwickler geschrieben hat, sondern in Form eines für den Computer verständlichen Maschinencodes zur Verfügung stehen. Unter Windows sind somit die ausgelieferten Programmdateien in der Regel Dateien mit der Endung EXE. Diese übersetzten (compilierten) Dateien kann das Betriebssystem, hier Windows, direkt ausführen.

Im Gegensatz dazu ist der Quelltext, also der Source, nicht direkt vom Rechner ausführbar, aber für den Menschen lesbar. Wenn also der Quelltext zur Verfügung steht, ist es im Prinzip jedem Menschen mit entsprechendem Wissen möglich zu verfolgen, was das Programm unter bestimmten Voraussetzungen macht, welche Daten wie verarbeitet werden und welche Daten gegebenenfalls, wohin gesendet werden. Dieser Fakt kann beim Nutzer oder Anwender der Software ein zusätzliches Maß an Vertrauen schaffen, wen er davon ausgehen kann, dass verschiedene Experten sich den Quelltext anschauen und damit versteckte Funktionen unwahrscheinlich werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Corona Warn App in Deutschland. Hierbei wurde der größte Teil des Quellcodes von Anfang an frei zugänglich gemacht, was sicherlich zu dem Erfolg und den vergleichsweise hohen Downloadzahlen beigetragen hat.

Ein weiterer Vor- und gleichzeitig Nachteil von Open Source ist, dass im Prinzip jeder den Sourcecode anpassen oder verändern und damit eigenen Softwareprodukte (meist sogenannte Forks) erstellen kann. Neben der schwierigen Umsetzung urheberrechtlicher, lizenzrechtlicher oder patentrechtlicher Fragen ist auch ein Nachteil, dass Open Source einer sehr genauen, öffentlichen Dokumentation aller Änderungen bedarf.

Sinn macht Open-Source meiner Auffassung nach vor allem bei Projekten, die mit öffentlichen Geldern, also unseren Steuern, erstellt bzw. weitgehend gefördert werden. Hier sollte das Ergebnis der Arbeit einer breiten Masse an Experten zur Kontrolle und Weiterentwicklung zum Wohle der Gesellschaft zur Verfügung stehen.