Unterschätzte Erfolgsparameter: Gesundheit und mentale Stärke

Unterschätzte Erfolgsparameter: Gesundheit und mentale Stärke

Die letzten 14 Monate haben vielen Maler- und Stuckateurunternehmern alles abverlangt. Neben dem alltäglichen Tagesgeschäfts-Wahnsinn, Termin-Baustellen und dem was sowieso immer nebenbei zu erledigen ist, kam mit Corona eine ganz neue Herausforderung. Viele Chefs gehen jetzt förmlich „auf dem Zahnfleisch“, denn die Arbeit wird natürlich nicht weniger, im Gegenteil. Mit der Pandemie müssen neue Verordnungen umgesetzt werden, Mehrarbeit ist angesagt. An Erholung ist kaum zu denken, vielleicht fiel sogar der Urlaub flach, weil auch Reisen mit vielen Unwägbarkeiten verbunden war und teilweise immer noch ist.

Mal abgesehen von den körperlichen Anstrengungen, die zu vollbringen sind. Auch mental ist es für viele eine Ausnahmesituation, eine starke körperliche sowie psychische Belastung, die auf Dauer einfach nicht zu stemmen ist und sogar gesundheitsgefährdend sein kann. Denn negativer Stress ist ein nicht zu unterschätzender Krankmacher.

Viele Unternehmer versuchen sich so gut es geht mit der Situation zu arrangieren und einfach weiter zu machen. Doch was kann man selbst tun, mit einer solchen Situation fertig zu werden und trotzdem zu wachsen. Wie kann man weiterhin erfolgreich sein und sich nicht wie in einem permanenten Stimmungstief fühlen?

Positive Dinge herausstellen – Dankbarkeit üben
Wenn über einen gewissen Zeitraum negative Dinge (aus eigener Sicht) passieren, neigen Menschen häufig dazu, sich ausschließlich auf diese zu fokussieren. Doch das ist genau der falsche Weg. Denn wir sind, was wir denken. Gedanken haben eine unglaubliche Kraft, positives Denken macht extrem viel aus. Wer sich auf positive Dinge in der Firma und generell in seinem Leben fokussiert, vor allem dankbar für das ist, was er bisher erreicht und geschafft hat, konditioniert mit dieser Denkweise sein Handeln in eine positive Richtung. Wie sehr eine Krise einem zusetzt bestimmt jeder selbst. Und zwar durch seine Denkweise und die Art und Weise wie er damit umgeht. Du bist, was Du denkst.

Es bringt einen nicht weiter, sich permanent damit zu beschäftigen, was man noch nicht erreicht hat, welches Ziel immer noch in weiter Ferne liegt.  Stattdessen darf man dankbar sein für das, was bis  zum jetzigen Zeitpunkt schon mal hervorragend gelaufen und erreicht worden ist. Das können ganz alltägliche Dinge sein, wie die letzte Baustelle, bei der alles reibungslos gelaufen ist oder die Angebotsbesprechung mit dem Kunden, die zum Auftrag geführt hat oder der  neue Mitarbeiter, der sich hervorragend ins Team eingliedert und einen guten Beitrag für das Unternehmen leistet. Dankbarkeit ist ein Schlüssel.

Den Druck rausnehmen
Stress und negative Vibes entstehen oft auch durch permanentes Rumgehetze und das Gefühl es sowieso nicht schaffen zu können, egal wie sehr man sich anstrengt. Es macht überhaupt keinen Sinn ständig nur zu hetzen, am Ende bleibt man gesundheitlich auf der Strecke. Auch wenn es schwer fällt, macht es so viel aus, einfach mal einen Gang runter zu schalten, nicht alles zu machen, von dem man glaubt, es tun zu müssen. Kleine Auszeiten, und sei es nur eine halbe Stunde am Tag, in der man nichts tut, außer vielleicht nachzudenken, bewirken schon mehr als man sich jetzt vielleicht vorstellen mag.

Mentale Stärke etablieren
Das Thema Mindset und mentale Stärke ist gerade in aller Munde. Doch was ist das überhaupt? Gemeint sind Denkweisen, Verhaltensmuster und Überzeugungen sowie die eigene innere Einstellung. Wer vielleicht wegen der aktuellen Situation strauchelt oder generell nicht zufrieden ist, kann mit der Art zu denken eine Menge bewirken und sich und seine Arbeit in eine völlig neue Richtung lenken.

Zu Beginn darf man sich natürlich mit einigen Dingen ganz intensiv beschäftigen, vor allem mit den Fragen: Was ist überhaupt mein eigener Antrieb? Was ist meine Motivation? Warum tue ich das, was ich tue? Hier gilt es vor allem herauszufinden, was einmal die ursprüngliche Intention war, warum man den Sprung in die Selbständigkeit gewagt hat und was genau einen angetrieben hat. Wichtig ist hierbei festzustellen, ob die Ziele und Werte von damals heute noch genauso existieren. Und ob die Leitsätze, nach denen man früher vielleicht gehandelt hat, heute immer noch eine Bedeutung haben. Wer sich diese Dinge ganz bewusst vor Augen führt, einmal genau aufschreibt welche Glaubenssätze er verfolgt, seine eigene Überzeugung und Werte für das Unternehmen ausführlich formuliert, findet sein eigenes Motiv, seinen Antrieb und seinen Grund. So ist es leichter wieder in die Spur zu kommen und Vollgas zu geben.

Fokus ändern – Raus aus der Opferrolle
Es gibt Dinge, auf die man keinen Einfluss hat, man kann sie also nicht ändern. Gerade dann, sollte man sie einfach auf sich beruhen lassen und sich stattdessen dem widmen, was für einen selbst funktioniert und machbar ist. Ein simples Beispiel hierzu ist das Wetter. Niemand hat Einfluss darauf oder kann es ändern. Wer sich allerdings immer nur darüber beschwert, wie schrecklich der tagelange Regen oder die unerträgliche Hitze ist, wendet damit viel Energie auf, die er für andere Dinge gebrauchen könnte und versetzt sich selbst in eine schlechte Stimmung und damit in eine permanente Abwärtsspirale. Dieses Beispiel kann auf alles umgemünzt werden. Wer etwas ändern will, darf das Positive sehen, und muss vor allem die Opferrolle verlassen und selbst aktiv werden.

Oft sucht man die Schuld, warum etwas nicht so funktioniert wie geplant, etwas auf der Baustelle schiefläuft oder generell negativ im Betrieb ist, im Außen. Das ist der falsche Weg. Jeder ist seines Glückes Schmied und verantwortlich für seine Taten und sein Handeln. Das gilt natürlich auch für das eigene Unternehmen und dessen Ausrichtung.

Wandel und Veränderung zulassen
Eine Krise oder eine Zeit, in der man das Gefühl hat, nichts läuft so wie gedacht, ist auch immer ein Zeitpunkt Neues zuzulassen und Veränderungen anzustoßen. Wichtig dafür ist natürlich, dass man es auch zulässt, sich auf Neues einlässt und versucht mit neuer Energie und Kreativität etwas zu bewirken.

Ganz elementar dafür ist es, die Vergangenheit auch Vergangenheit sein zu lassen und positiv nach vorne zu schauen. Denn positive Gedanken lösen positive Reaktionen aus.

Wer also mit seinen neuen Zielen direkt positive Gedanken verknüpft, sich ein positives Bild seiner Zukunft im Betrieb vorstellt, der geht den ersten Schritt in die richtige Richtung. Natürlich dürfen dann auch Taten folgen. Doch zuallererst steht immer der positive Gedanke. Übrigens: Positive Emotionen wie Freude, Lachen und Begeisterung kurbeln unsere körpereigene Hormonproduktion an. Dadurch wird ebenfalls Stress abgebaut. Es gibt also viele kleine Stellschrauben, mit denen man einiges bewirken kann. Man muss es nur anpacken.