So einfach geht Energie sparen: 7 Tipps für Malerbetriebe

Energiesparen ist in aller Munde. Wurde dieses Thema bisher vor allem vor dem Hintergrund des Umwelt- und Klimaschutzes umgesetzt, ist Energiesparen jetzt aufgrund der explosionsartig gestiegenen Sprit-, Öl-, Gas- und Strompreise fast für jedermann ein Muss. Betriebe der Baubranche haben zudem seit dem Vorjahr mit stark gestiegenen Preisen bei Baustoffen zu kämpfen. Die zusätzlich gestiegenen Energiepreise könnten daher viele Betriebe an ihre Belastungsgrenze bringen.

 

Jeder Cent, der durch die gestiegenen Energiepreise ausgegeben wird und in den laufenden Projekten nicht einkalkuliert ist, muss als „entgangener Gewinn“ gesehen werden. Dieses Geld hat der Betrieb weniger in der Tasche und mit der Zeit summiert sich dies schnell zu einer beträchtlichen Summe. Umso wichtiger ist es, den Fokus auf den Energieverbrauch im Unternehmen zu richten. Denn jede nicht verbrauchte Kilowattstunde spart bares Geld und sichert den Gewinn.

Tipp 1: Auf LEDs umsteigen
Beim Stromverbrauch denkt jeder zunächst ans Licht. Da dürfen wir uns jetzt auf die lichtstarken Jahreszeiten Frühjahr und Sommer freuen, denn in diesen Monaten wird generell weniger Illumination während der Arbeit benötigt. Im Übrigen dürfte es sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass sich mit LED-Lampen im Vergleich zu einer herkömmlichen Glühlampe enorm viel Energie einsparen lässt. Auch wenn die Anfangsinvestition beim Kauf von LEDs zunächst etwas höher ist, macht sich die Einsparung langfristig bemerkbar.


Moderne LEDs verbrauchen über 80 Prozent weniger Strom als Glühbirnen.
Quelle: co2online.de

 

Generell lautet der Tipp: Augen auf im Büro, Lager, Baustelle. Überall dort, wo Lichtquellen zum Einsatz kommen, müssen diese nicht durchgehend brennen. Beleuchtung also nur einschalten, wenn es tatsächlich zu dunkel zum Arbeiten ist.

Tipp 2: Auf Standby verzichten
Energieeffizientes Einkaufen bei Elektro- und Elektronikgeräten ist heutzutage ein Muss. Energielabel weisen den Weg. Doch nicht allein der Betrieb eines energieeffizienten Gerätes ist ausschlaggebend für den Stromverbrauch, auch unser Verhalten kann den Verbrauch stark beeinflussen. Ein wesentlicher, oft unterschätzter Stromfresser bei Elektrogeräten sind Leerlaufzeiten. Viele Geräte werden im Standby-Modus Tag und Nacht betrieben. Das heißt: Die Geräte werden nicht genutzt, verbrauchen aber dennoch Strom.


Leerlaufzeiten von Elektrogeräten verursachen einen jährlichen Stromverbrauch, der der Jahresleistung eines mittleren Kernkraftwerks entspricht.
Quelle: Check24

 

Eine Berechnung des Online-Vergleichsportals Check24 ergab, dass Privathaushalte in Deutschland in jeder Stunde knapp 504.000 Euro für Elektrogeräte im Standby-Betrieb ausgeben. Dies ergibt im Jahr eine Summe von 4,4 Milliarden Euro, die allein für Leerlaufzeiten anfallen. Dem liegt ein Verbrauch von rund 10,5 Milliarden Kilowattstunden zugrunde, die, wie Check24 ausführt, der Jahresleistung eines mittleren Kernkraftwerks entspricht.

Was viele Menschen nicht wissen: Viele Geräte ziehen auch in ausgeschaltetem Zustand Strom. Daher sollten alle im Büro genutzten Elektrogeräte wie Computer, Monitore, Drucker und vieles mehr nicht nur ausgeschaltet, sondern, zumindest über Nacht, komplett vom Netz getrennt werden. Steckdosenleisten sind hierbei eine große Hilfe. Diese werden mit Einläuten des Feierabends einfach ausgeschaltet. Dies ist eine ziemlich einfache Möglichkeit, Strom zu sparen.  

Tipp 3: Wärmeverluste reduzieren
Ein Plädoyer für eine effiziente Wärmedämmung muss an dieser Stelle nicht gehalten werden. Niemand kennt sich bei diesem Thema besser aus als Malerunternehmer. Aber wie heißt es so schön: Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe. Daher lautet die Frage: Wie steht’s um die eigene Fassadendämmung?


Das Schließen der Rollladen kann nachts die Wärmeverluste durch das Fenster um etwa 20 Prozent verringern.
Quelle: Umweltbundesamt

 

Im Winter und in der Übergangszeit sollte der Verlust an Wärme, der durch Fenster verloren geht, nicht unterschätzt werden. Daher sollten am Abend die Rollladen geschlossen werden. Das hilft jede Menge Energie und damit Kosten zu sparen.

Tipp 4:  Warmwasserverbrauch senken
Das Coronavirus hat vielen Menschen in Erinnerung gerufen, wie wichtig Hände waschen ist. Experten empfehlen fürs richtige Händewaschen gut 20 Sekunden die Hände einzuseifen und anschließend gut abzuspülen. Wird das Wasser während des gesamten Waschvorgangs laufen lassen, kostet dies eine Menge Wasser. 15 bis 20 Liter kostbares Trinkwasser können auf diesem Weg verloren gehen, schätzt der BUND.  


Der Wasserverbrauch beim Händewaschen lässt sich um bis zu 70 Prozent reduzieren, wenn das Wasser beim Einseifen der Hände öfter abgedreht wird.
Quelle: BUND

 

Zusätzliche Energiekosten verursachen all jene Menschen, die sich den Luxus gönnen, beim Händewaschen auf warmes Wasser zurückzugreifen. Das muss nicht sein und ist aus hygienischen Gründen auch nicht erforderlich. Kaltes Wasser erfüllt zum Händewaschen voll und ganz seinen Zweck.

Betriebe, die kontrolliert Wasser und Energie sparen wollen, sollten in den Sanitäranlagen auf berührungslose Armaturen setzen. So wird kein (Warm-)Wasser unnötig vergeudet.

Tipp 5: Raumtemperatur checken
In Büroräumen liegt die optimale Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius. Da Menschen Temperaturen sehr unterschiedlich empfinden, lohnt es sich mit den Kollegen auszutauschen. Vielleicht darfs auch etwas weniger sein.


Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart rund sechs Prozent Energie.
Quelle: NDR

 

Zudem sind beheizte Räume richtig zu lüften. Nicht nur wegen einer möglichen Schimmelbildung sollte von gekippten Fenstern Abstand genommen werden. Bei abgedrehter Heizung sorgt mehrmals am Tag Stoßlüften für einen guten Luftaustausch, ohne die Heizkosten zu strapazieren.

Tipp 6: Unnötige Fahrten vermeiden
Die aktuellen Spritpreise reißen große Löcher in die Firmenkasse. Da sollte versucht werden, unnötige Fahrten zu vermeiden. Wer kennt ihn nicht, den „Chef mir fehlt was“-Anruf, wenn der Geselle erst auf der Baustelle merkt, dass der benötigte Tapetenkleister noch im Lager steht. 


Extrafahrten für fehlendes Material kosten Zeit und verursachen Spritkosten.
Quelle: Allgemeinbildung

 

Das fehlende Material wird dann aus dem Lager geholt und den Mitarbeitern hinterhergefahren oder die Mitarbeiter holen das Material mit einer Extrafahrt beim Großhändler ab.  Zeit- und Fahrtkosten, die nicht sein müssten und nur Geld kosten. Geld, das niemandem in Rechnung gestellt werden kann. Moderne EDV-Systeme optimieren den Materialfluss als Teil einer digitalen Baustellensteuerung. Leerfahrten gehören der Vergangenheit an. In Betrieben, die ihre Baustellen digital steuern, gehören Leerfahrten der Vergangenheit an.

Tipp 7: Luftdruck der Reifen checken
Der Luftdruck sollte in den Reifen des Firmenwagens regelmäßig gecheckt werden. Zu wenig Luft im Reifen erhöht den Spritverbrauch, denn ein verminderter Luftdruck steigert den Rollwiderstand. 


Ist der Reifendruck um nur 0,5 bar zu niedrig, erhöht dies den Kraftstoffverbrauch um rund 5 Prozent.
Quelle: co2online.de

 

Zugleich wird durch einen optimalen Reifendruck auch die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht, da die Reifen besser auf der Straße haften.

Natürlich gibt es noch weitaus mehr Möglichkeiten, um Energie einzusparen. Eine optimierte Wärmeversorgung darf hier ebenso angedacht werden wie die Anschaffung von eAutos. Doch im Gegensatz zu den oben beschriebenen Einsparmaßnahmen, von denen die meisten zügig umgesetzt werden können, wollen diese gut durchdacht und vorbereitet werden. Also: Einfach schon mal im Kleinen anfangen und schnell zum Energiesparer werden. 

GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner