Schloß Leesdorf: Prunkvolle Residenz für Meisterschüler

Schloß Leesdorf: Prunkvolle Residenz der Meisterschüler. Ausbildung von Malermeistern auf hohem Niveau.Ein Festsaal mit schönstem Stuck, Gemälden und Büsten. Hohe Fenster, die einen wunderschönen Blick auf den Park freilegen. Derjenige, der seinen Kopf lange genug in den Nacken legen kann, wird aus dem Staunen kaum herauskommen. Ein wunderschönes und perfekt restauriertes Deckenfresko bietet sich dem Betrachter.

Wer in der renommierten HTL Baden Malerschule Leesdorf  in Baden bei Wien seine Ausbildung zum Malermeister machen darf, kann sich glücklich schätzen. Der Unterricht findet nämlich in einem echten Schloß statt. Und das ist eine Augenweide. Seit dem 5. September 1948 wird auf Schloß Leesdorf gelehrt. Heute befinden sich unter dem Dach der Höheren Technischen Lehranstalt (HTL) eine Fachschule für Malerei und Gestaltung, eine Meisterschule für Malerei und verbundene Gewerke sowie ein Kolleg für Bautechnik (Ausbildungszweig Farbe und Gestaltung). Rund 300 Schüler kommen in den Genuß, sich hier ihr Wissen anzueignen.

Wer sich nach einem kurzen gedanklichen „Exkurs“ in ein anderes Jahrhundert wieder auf das Hier und Jetzt konzentriert, entdeckt mit welcher Liebe zum Detail Schüler und Lehrer hier Hand in Hand dieses Schloß erhalten und gestalten. „Im Krieg war das Schloß besetzt und wurde völlig zweckentfremdet, sogar Schafe haben hier gegrast“, erklärt Magister Kraus bei seinen Ausführungen zu den einzelnen Räumlichkeiten und meint hier im Besonderen den Festsaal. Man mag es sich kaum vorstellen. Heute werden hier junge Menschen unterrichtet.

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch das Gebäude wird schnell klar: Lernen muß hier unfaßbar viel Spaß machen. Die Räume haben einen ganz eigenen Charme, der einen mitnimmt in ein anderes Zeitalter. An den Decken und Wänden finden sich Stuck und andere besondere Techniken. Die dicken Mauern schaffen ein besonderes Flair. Für die Erhaltung des Schlosses sind die Schüler selbst verantwortlich. Sie restaurieren und renovieren soweit es geht. Das bietet sich sicherlich an, denn immerhin werden sie hier zum Malermeister ausgebildet. Überall in den Gängen finden sich die Werke der Lernenden. Da gibt es viel zu sehen. Und wer im Turm eine Schulstunde haben darf, genießt zudem einen wunderschönen Blick auf die Umgebung.

Malerblog.net war vor Ort und hat einige Eindrücke im Bild festgehalten:

In 2005 beging die Schule ihr 80-jähriges Jubiläum. Besonders viel Wert wird hier auf eine moderne und zeitgemäße Ausbildung gelegt. So verfügt die Schule seit 2006 über ein eigenes Farb- und Lichtstudio, in dem die Schüler die Wirkung von Farbe am „eigenen Leib“ erfahren können.
Außerdem bietet die Fachschule für Malerei und Gestaltung sogar eine eigene Ausbildung für Gehörlose an. Und wer möchte kann im hauseigenen Internat eine schöne Zeit verleben.

Mehr Infos zur Schule: www.malerschule-baden.ac.at/