
Anspruchsvolles Design gepaart mit natürlichen, nachhaltigen Materialien ist das, was Kunden sich bei Tapeten wünschen. Die ökologische Wertigkeit einer Wandbekleidung hat einen hohen Stellenwert. Genau hier setzt die Marburger Tapetenfabrik aus dem hessischen Kirchhain mit ihrer neuesten Innovation an: Eine Korktapete der besonderen Art.
Wie Kork auf die Tapete kommt
Auf eine feine Lehmschicht, die auf einem Vliesträger ruht, wird eine feine Schicht reines Korkgranulat aufgetragen. Die Idee eine Korktapete zu fertigen, geschah zufällig. Dr. Christian Dahms, Leiter der Forschung- und Entwicklungsabteilung bei Marburger, kaufte im Öko-Baumarkt alles, was nach Lehm aussah. Er war auf der Suche nach einem natürlichen Oberflächenmaterial. Im Labor zerlegte er seinen Kauf und stieß auf etwas völlig Unerwartetes: Korkkrümel. Die Idee entstand, mit diesem Material eine Tapete zu fertigen.

Das Material stellte das Entwicklerteam vor Herausforderungen. Es war federleicht, neu in der Verarbeitung – vor allem für die Maschinen. Beim ersten Versuch schluckte die Maschine das Kork-Granulat innerhalb von 20 Sekunden einfach weg, so dass es im Anschluss mühsam aus der Maschine gepult werden musste – eine Sisyphusarbeit mit einer Pinzette vollzogen. Die Umsetzung gelang dennoch.
Im Rahmen ihrer neuen Kollektion CRAFT wurde die innovative Korktapete von der Marburger Tapetenfabrik jetzt als Weltneuheit vorgestellt.
Kork: Authentisch, natürlich und nachhaltig
„Kork bringt seine eigene Sprache mit“, so Felix Diener, Art Director der Marburger Tapetenfabrik. „Man muss ihm zuhören. Wir haben gelernt, mit ihm zu arbeiten – mit Respekt, mit Geduld und vor allem mit Vertrauen. CRAFT ist kein Label, sondern eine Haltung“, sagt Diener, und führt weiter aus: „Es geht darum, nah am Material zu sein, zu hören, wie es reagiert – und daraus Entscheidungen zu treffen, die das Produkt formen. Man kann Parameter setzen – Druck, Spannung, Geschwindigkeit – aber das Material antwortet. Und es antwortet jedes Mal ein bisschen anders.“

Gesundheitsbewusst und ästhetisch
Kork ist eines der nachhaltigsten Wandbeläge. Gewonnen aus der Korkeiche, handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff, der biologisch abbaubar ist und eine sehr geringe Umweltbelastung hat. Damit bringt es laut Marburger Tapetenfabrik mehrere funktionale Vorteile mit sich: So wirkt das schwer entflammbare Material schallabsorbierend, und trägt dadurch zu einer angenehmeren Raumakustik bei. Durch die Kombination mit mineralischem Lehm entsteht zudem eine Tapete mit diffusionsoffenen Eigenschaften, die sich positiv auf das Raumklima auswirkt. Darüber hinaus ist der Materialaufbau deutlich stärker als bei klassischen Tapeten – allein die Korkgranulatschicht ist etwa fünfmal so dick wie eine herkömmliche Vliestapete – dennoch insgesamt leichter.
Bei dem Korkgranulat handelt es sich im Übrigen um nachhaltige Resteverwertung. Es wird aus Kork gewonnen, das bei der Herstellung von Champagnerkorken in einer portugiesischen Manufaktur übrig bleibt.


Einfache Verarbeitung
In der Verarbeitung unterscheidet sich die Korktapete weniger von klassischen Vliestapeten, als man vermuten würde, führt der Hersteller aus. Sie wird ausschließlich in Wandklebetechnik verarbeitet – der Kleber direkt auf die Wand aufgetragen, nicht auf die Tapete. Wichtig für ein gutes Ergebnis ist laut Marburger außerdem ein glatter, trockener und sauber vorbereiteter Untergrund. Bei sachgerechter Vorbereitung lasse sich die Korktapete gut und sicher verarbeiten.

Die innovative Korktapete ist Teil der neuen Kollektion CRAFT, die das Handgemachte, Authentische in den Vordergrund stellen soll. CRAFT beinhaltet Tapeten aus verschiedenen Materialien mit unterschiedlichsten Mustern, Strukturen und aufwendigen Herstellungsprozessen.

