Aufgepasst: BSI warnt vor Kaspersky-Virenschutzsoftware

Die Virenschutzprogramme des Herstellers Kaspersky sind in Deutschland sehr beliebt. Sie werden in der öffentlichen Verwaltung, Wirtschaftsunternehmen und von Privatpersonen eingesetzt.

Kaspersky ist ein russisches Softwareunternehmen mit Hauptsitz in Moskau. Genau darin sieht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – vor dem Hintergrund der aktuellen Kriegssituation – ein Problem und warnt eindringlich vor dem Einsatz von Kaspersky-Virenschutzsoftware. Die Empfehlung des BSI lautet: „Virenschutzssoftware des Unternehmens Kaspersky sollte durch alternative Produkte ersetzt werden.“

Laut BSI ist Virenschutzsoftware „ein exponiertes Ziel von offensiven Operationen im Cyberraum, um potentielle Gegner auszuspionieren, die Integrität ihrer Systeme zu beeinträchtigen oder sogar die Verfügbarkeit der darauf gespeicherten Daten vollständig einzuschränken.“

Ein russischer IT-Hersteller könne selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen eigenen Willen gezwungen werden, Zielsystem anzugreifen, oder selbst als Opfer einer Cyber-Operation ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden, fasst das BSI das bestehende Risiko in wenigen Worten zusammen.

Das BSI kommt daher zu dem Schluss, dass je nach strategischer Bedeutung alle Anwender und Nutzerinnen der Virenschutzsoftware von einer schädigenden Operation betroffen sein könnten und sei dies nur als Opfer von Kollateralauswirkungen.

Aber Vorsicht: Keinesfalls sollten Unternehmen jetzt in hektische Betriebsamkeit verfallen. So warnt das BSI Unternehmen davor, Virenschutzprogramme ohne Vorbereitung abzuschalten. In diesem Fall wäre man Angriffen aus dem Internet schutzlos ausgeliefert.

Wird ein Wechsel der Virenschutzsoftware im Unternehmen angestrebt, sollte dies immer gut durchdacht, sorgfältig geplant und nur in Rücksprache mit dem zuständigen IT-Betreuer erfolgen.