
„Das Video war der absolute Peak, aber weil es offensichtlich nur Ragebait war, bin ich im Chat komplett gecrashoutet.“ Was klingt wie ein Sprechunfall, ist ein ganz normales Gespräch der Jugend im Jahr 2026.
Jugendsprache hören und verstehen
„Jugendsprache“ sollte man verstehen, will man zukünftig noch mit der jungen Generation im Ausbildungsalter im Austausch sein. Sinngemäß bedeutet obiger Satz so viel wie: „Das Video war zwar qualitativ der absolute Höhepunkt, aber weil es absichtlich so provokant hochgeladen wurde, um Wut zu erzeugen, habe ich in den Kommentaren einen totalen emotionalen Ausraster bekommen.“
Nicht nur Eltern verstehen oft ihre eigenen Kinder nicht. Unterhalten sich Azubis untereinander, klingt dies auch für so manchen Ausbilder wie eine Geheimsprache aus einer anderen Welt. Erwachsene – auch jenseits der 40 plus – sollten daher immer das Ohr an der aktuellen Sprachentwicklung haben, um nicht irgendwann bei einer Unterhaltung mit Jüngeren nur noch „Bahnhof“ zu verstehen. Um den jugendlichen Sprachtrend besser zu verstehen, bietet sich die von Langenscheidt ausgerufene jährliche Suche nach dem „Jugendwort des Jahres“ an.
Langenscheidts „Jugendwort des Jahres“
Seit 2008 werden Jugendliche von Langenscheidt aufgerufen, ihr Jugendwort des Jahres zu wählen. Hierbei handelt es sich um Begriffe, die zum üblichen Sprachgebrauch der heutigen Jugend gehören. So wurde „das crazy“ zum Jugendwort 2025 gekürt. Laut Langenscheidt ersetzt „das crazy“ häufig Antworten wie „Okay“, „Aha, cool“ oder „Krass“ im Alltag. Auch in diesem Jahr wird wieder das Jugendwort des Jahres gesucht. Eine erste Vorauswahl wurde bereits getroffen.
Die Finalisten 2026: Crashout – Peak – Ragebait
Für das Jugendwort des Jahres 2026 stehen die offiziellen Finalisten fest. Die ursprüngliche Top-10-Liste wurde Ende August 2026 auf eine Top 3 reduziert. Jugendliche und junge Erwachsene haben noch bis 28. September die Chance, online über ihr Jugendwort des Jahres abzustimmen, bevor am 10. Oktober der endgültige Sieger von Langenscheidt bekanntgegeben wird. Folgende Wortkreationen haben es bis ganz nach vorne geschafft:
Crashout: Beschreibt einen plötzlichen, extremen emotionalen Wutausbruch oder totalen Kontrollverlust. Ein Satz wie: „Ich geh gleich crashout“, wird dabei häufig verwendet.
Peak: Das Beste vom Besten, der absolute Höhepunkt einer Sache oder Situation.
Ragebait: Inhalte im Internet, zum Beispiel Videos oder Kommentare, die absichtlich so provokant gestaltet sind, um ebenso absichtlich wütende Reaktionen und Klicks zu erzeugen.
Sprache entwickelt sich
Nicht selten gehen solche Jugendworte im Laufe der Zeit in den normalen Sprachgebrauch über. Sprache entwickelt sich in jeder Generation weiter. Worte verschwinden, während neue Ausdrucksweisen hinzukommen. In den letzten Jahren erlebt die deutsche Sprache eine Veränderung in vielerlei Hinsicht. Artikel und Präpositionen verlieren in der „Jugendsprache“ mehr und mehr an Bedeutung. Anglizismen werden teilweise kontextfremd übernommen. Sätze wie: „Digga, die Kundin ist voll chaya“, (Die Kundin ist eine attraktive, selbstbewusste Frau) oder: „Der Kunde ist nur am Flexen“, (Der Kunde prahlt, präsentiert sich, gibt an), oder: „No cap, voll schöne Arbeit hier“, (Kein Witz, die Arbeit ist toll geworden), gehören heute dazu.
Für Ausbilder im Maler- und Stuckateurhandwerk bedeutet das, sich zumindest mit ein paar neuen „Vokabeln“ zu beschäftigen, damit man wenigstens halbwegs versteht, was der Nachwuchs von sich gibt und nicht beim Gegenüber als „lost“ oder als „cringer NPC“ (Non-Player Character = ahnungsloser Banause) wahrgenommen wird.
Für welches Jugendwort voten Ihre Azubis?
Bis 28. September 2026 haben Jugendliche und junge Erwachsene noch die Möglichkeit aus den drei Finalwörtern für ihr Jugendwort des Jahres zu stimmen. Vielleicht haben Ihre Azubis Lust mitzumachen? Schicken Sie den Link doch einfach an Ihre Azubis weiter.
Zum Voting geht’s hier: https://www.langenscheidt.com/jugendwort-des-jahres

