
Der Blaue Engel ist das bekannteste Umweltzeichen Deutschlands. Nach Umfragen des Umweltbundesamtes kennen ihn mehr als 90 Prozent der Bevölkerung. Das Siegel wurde bereits 1978 auf Initiative des damaligen Bundesinnenministers sowie durch Beschluss der Umweltminister der Länder eingeführt und besteht damit seit fast fünf Jahrzehnten. Heute tragen mehr als 30.000 Produkte die Auszeichnung.
Orientierung bei der Produktauswahl
Ökologische Materialien gewinnen im Bau- und Ausbaugewerbe zunehmend an Bedeutung. Auch Kunden von Maler- und Stuckateurbetrieben fragen verstärkt nach Produkten, die sowohl umweltfreundlich als auch gesundheitlich unbedenklich sind. Der Blaue Engel dient dabei als Orientierungshilfe. Ausgezeichnet werden unter anderem Wärmedämm-Verbundsysteme, Innenputze, Lacke und Lasuren, Wandfarben für den Innenbereich, Tapeten und Raufaser aus Recyclingpapier sowie Bodenbelagsklebstoffe.
Kriterien regelmäßig auf dem Prüfstand
Regelmäßig werden die Vergabekriterien des Umweltzeichens überprüft und an aktuelle Anforderungen angepasst. Anfang Juni 2026 hat die Jury Umweltzeichen in ihrer Sommersitzung die überarbeiteten Kriterien für emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für Innenanwendungen (DE-UZ 132) beschlossen. Nach Abschluss der Finalisierung können Hersteller besonders umweltschonender Produkte die Auszeichnung beantragen.
Fokus auf Emissionen und Inhaltsstoffe
Wärmedämmstoffe leisten einen wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden. Mit dem Blauen Engel für „Emissionsarme Wärmedämmstoffe und Unterdecken für Innenanwendungen“ können Produkte gekennzeichnet werden, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen und die Umwelt in besonderem Maße schonen. Ein zentraler Aspekt der Vergabekriterien ist die Begrenzung von Schadstoffemissionen in Innenräumen. Zudem dürfen die Produkte keine Inhaltsstoffe enthalten, die aus gesundheitlicher Sicht problematisch sind oder das spätere Recycling wesentlich erschweren.
Neue Anforderungen für mehr Nachhaltigkeit
Im Zuge der Überarbeitung wurden insbesondere die Anforderungen an die Herkunft der Rohstoffe, die eingesetzten Inhaltsstoffe sowie das Emissionsverhalten der Dämmstoffe aktualisiert. Neu hinzugekommen sind außerdem Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft, etwa in Form von Rücknahmekonzepten, sowie bilanzierende Umweltindikatoren wie Grenzwerte für das Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP). Der Geltungsbereich umfasst derzeit Dämmstoffe aus mineralischen und nachwachsenden Rohstoffen.
Das Erklärfeld zum Umweltzeichen lautet
– emissionsarm (bzw. emissions- und geruchsarm bei bestandener Geruchsprüfung)
– schadstoffarm
– in der Wohnumwelt gesundheitlich unbedenklich
Hilfestellung für Verarbeiter und Bauherren
Für Verarbeiter und Bauherren, die neben der Energieeffizienz auch Wert auf Umweltverträglichkeit und Wohngesundheit legen, bietet der Blaue Engel eine verlässliche Orientierung bei der Produktauswahl.
Weitere Informationen und eine Produktsuche bietet die Plattform des Blauen Engels. Dort lassen sich zertifizierte Produkte schnell und gezielt finden. Hier geht’s zur Plattform (externer Link): www.blauer-engel.de

