
Die Parkscheibe wurde im Jahr 1961 in Deutschland eingeführt. Sie gibt es also schon seit 65 Jahren. Jeder Fahrzeugführer weiß um ihre Bedeutung. Sie sollte stets griffbereit im Fahrzeug liegen. Das gilt für Privatwagen wie für Firmenwagen. Aber Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal vergessen, die Parkscheibe einzustellen und hinter die Windschutzscheibe zu legen. Kommt ein Ordnungshüter vorbei, kann das schnell teuer werden. „Parken ohne Parkscheibe“ wird als Verstoß geahndet. Je nach Parkdauer kann das Verwarngeld bis zu 40 Euro betragen. Doch das muss nicht sein, denn: Alles wird digital – auch die Parkscheibe.
Eine digitale Parkscheibe muss nicht lange gesucht werden, denn sie ist mit Saugnäpfen, Klebepads oder Magnetpunkten fest mit der Windschutzscheibe verbunden und stellt beim Parken die Zeit automatisch ein. Aber ist die Nutzung einer elektronischen Parkscheibe auf öffentlichen Parkplätzen in Deutschland überhaupt erlaubt?
Ist eine elektronische Parkscheibe in Deutschland erlaubt?
Die Antwort lautet: Grundsätzlich ja. Voraussetzung ist aber, dass einige Vorgaben beachtet werden. Welche das sind regelt die Verordnung 219 zur Ausgestaltung von elektronischen Parkscheiben auf Grundlage der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
- Verwendet werden dürfen nur elektronische Parkscheiben, die eine offizielle Typgenehmigung des Kraftfahrtbundesamtes besitzen. Dieses besteht aus einem ECE-Prüfzeichen (ein Kreis mit dem Buchstabe E und der Kennziffer 1 für das Prüfland Deutschland) und einer Genehmigungsnummer. Diese sollte auf der Parkscheibe abgebildet sein.
- Ebenfalls auf der Vorderseite abgebildet muss das Verkehrszeichen 314 sein. Hierbei handelt es sich um das bekannte weiße „P“ auf blauem Grund.
- Das Wort „Ankunftszeit“ muss über dem Display gut sichtbar stehen.
- Das digitale Display muss eine 24-Stunden-Zeitangabe ausgeben und über eine Zahlenhöhe von zwei Zentimetern verfügen.
- Die Ankunftszeit muss die elektronische Parkscheibe automatisch einstellen, was in der Regel durch elektronische Bewegungsmelder erfolgt.
- Wurde das Fahrzeug abgestellt, darf die Zeit nicht mehr änderbar sein. Die Parkscheibe muss also manipulationssicher sein.
- Die Parkscheibe darf keine Werbung auf der Vorderseite abbilden.
Sind diese Vorgaben erfüllt, dann darf die elektronische Parkscheibe im öffentlichen Bereich verwendet werden. Mittlerweile gibt es viele Anbieter, deren Produkt die Anforderungen erfüllt. Gleichwohl sollte jeder Autofahrer für sich selbst Vor- und Nachteile abwägen.
Vorteile und Nachteile einer digitalen Parkscheibe
Ein Vorteil liegt auf der Hand: Vorbei sind die Zeiten, in denen an die Parkscheibe gedacht, die Parkscheibe im Auto gesucht und dann noch manuell eingestellt werden muss. Das spart nicht nur Zeit, sondern unter Umständen auch das eine oder andere Bußgeld.
Allerdings muss für eine digitale Parkscheibe tiefer in die Tasche gegriffen werden. Während eine herkömmliche Parkscheibe nur wenige Cents bis Euros kostet, liegt der Anschaffungspreis für eine elektronische Parkscheibe höher. Je nach Modell müssen zwischen 20 bis 40 Euro auf den Tisch gelegt werden. Im Vergleich zu den drohenden Verwarngeldern, die beim „Parken ohne Parkscheibe“ entstehen können, könnte sich die Investition für den einen oder anderen dennoch rechnen.
Wesentlich schwerer wiegt hingegen der Pflegeaufwand. Während die herkömmliche Parkscheibe keines Pflegeaufwands bedarf, benötigt die elektronische Parkscheibe eine Batterie. Zwar können ebenfalls angebotene solarunterstützte Geräte die Lebensdauer der Batterie verlängern, um einen regelmäßigen Batteriewechsel kommt man aber dennoch nicht herum. Mittlerweile gibt es auch solarbetriebene elektronische Parkscheiben mit integriertem Akku, sodass kein Batteriewechsel mehr erforderlich ist. Wie bei jedem technische Gerät, ist aber auch bei elektronischen Parkscheiben ein regelmäßiger Funktionscheck unerlässlich.
Bei Fahrten ins Ausland aufgepasst
Nicht nur bei der privaten Urlaubsreise, auch bei grenzüberschreitenden Geschäftsterminen oder Arbeitseinsätzen stellt sich die Frage: Darf die elektronische Parkscheibe auch im Ausland verwendet werden? Die Antwort lautet: Vorsicht bei der Nutzung im Ausland. Jedes Land kocht sein eigenes Süppchen. Beispielsweise in Belgien, Österreich oder der Schweiz sind elektronische Parkscheiben verboten! Vor einer Auslandsreise sollten daher die jeweiligen Ländervorschriften sorgfältig recherchiert werden.
Fazit
Elektronische Parkscheiben sind eine sinnvolle Alternative zur klassischen Parkscheibe. Jeder Fahrzeugführer sollte aber für sich entscheiden, ob es auch für ihn die richtige Wahl ist. Bestenfalls sollte sich auch weiterhin eine klassische Parkscheibe im Fahrzeug befinden – für alle Fälle.

