
Tapeten kommen nie aus der Mode. Allerdings ändern sich Muster, Farben und Materialien. Im Jahr 2026 zeigt sich die Wandgestaltung besonders vielseitig: Persönlichkeit, Naturverbundenheit und eine spürbare Materialität prägen viele aktuelle Kollektionen. Gleichzeitig rückt die Wand wieder stärker in den Mittelpunkt der Raumgestaltung.
Die Rückbesinnung auf die Natur spielt bei vielen Styles eine große Rolle. Botanische Prints, florale Muster, Landschaften oder großformatige Naturmotive sind weiterhin gefragt. Häufig werden sie als prägnante Akzentflächen eingesetzt. Farblich dominieren ruhige, natürliche Nuancen: Grüntöne wie Salbei, dunkles Blau oder Petrol ebenso wie erdige Farbtöne. Daneben finden sich sehr helle Weiß-Grau-Abstufungen, die Räumen eine ruhige, zurückhaltende Basis verleihen.

Strukturen und Materialien im Fokus
Neben Motiven rücken auch Oberflächen stärker in den Fokus. Texturierte Tapeten prägen zunehmend das Bild. Strukturen wie Kork, Leinen oder geprägte Effekte verleihen Wänden Tiefe und sprechen die Sensorik an.
Bei A.S. Création sieht man hier ein großes Potenzial in natürlichen, ruhigen Gestaltungen, die Wärme und Geborgenheit vermitteln: „Erdige Farbtöne, organische Muster sowie Anklänge an Naturmaterialien wie Steinstrukturen und -oberflächen, Bastgeflechte oder Textilstrukturen gewinnen weiter an Bedeutung. Zeitlose Designs und Langlebigkeit spielen dabei eine immer größere Rolle“, sagt Andrea Schröder aus dem Marketing bei A.S. Création.

Natürlichkeit neu interpretiert
Die Natur kommt nie aus der Mode – auch 2026 nicht. Gleichzeitig verändert sich der Blick auf die Wandgestaltung. „2026 wird die Wand wieder richtig wichtig. Wir denken Räume nicht mehr nur über Möbel oder Farben, sondern ganz stark über Oberfläche und Tiefe. Materialität spielt eine zentrale Rolle – Strukturen, Prägungen und haptische Effekte verändern, wie ein Raum wirkt. Die Wand ist nicht mehr Hintergrund, sondern aktiver Teil der Gestaltung“, sagt Felix Diener, Creative Director der Marburger Tapetenfabrik.

Dabei wird Natur heute oft reduzierter interpretiert. „Natur bleibt ein zentrales Thema, aber moderner und reduzierter gedacht – eher als Stimmung im Raum“, erklärt Diener. Gleichzeitig beobachtet er mehr Mut bei der Farbwahl: „Tiefe Grün- und Beerentöne, auch dunklere Nuancen, oft in Kombination mit Struktur. Entscheidend ist, dass Farbe nicht laut ist, sondern Tiefe hat und bewusst eingesetzt wird.“
Ein Ton prägt das Jahr: Cloud Dancer
Neben Motiven und Strukturen spielen auch einzelne Farbtrends eine wichtige Rolle. Im Jahr 2026 rückt ein besonders ruhiger Ton in den Fokus: „Cloud Dancer“, ein sanftes Off-White.
„Cloud Dancer ist die Pantone Farbe des Jahres 2026. Ein sanftes Off-White, das Ruhe, Leichtigkeit und einen Neuanfang symbolisiert – ideal als Basis, Aufheller oder Kontrastton. Kombiniert mit Naturtönen entsteht sanfte Wärme, mit satten Farben ein moderner, eleganter Kontrast. Cloud Dancer ist damit der perfekte ‚Quiet-Luxury‘-Ton: unaufdringlich, vielseitig und zeitlos“, so Silvia Reddmann, Marketingleiterin bei Erismann.

Auch die Marburger Tapetenfabrik greift diesen Ton mit der Kollektion WHISPER auf, die sich bewusst dem Leisen widmet. Der Name ist Programm: WHISPER steht für Gestaltung, die nicht drängt, sondern begleitet – für Oberflächen, die erst beim genaueren Hinsehen ihre ganze Qualität entfalten. „WHISPER ist für mich eine Kollektion, die nicht laut wird – sondern Raum lässt“, sagt Felix Diener.

Teal bringt Farbe ins Spiel
Neben den ruhigen Farbwelten bleibt auch Raum für kräftigere Akzente. Ein Ton, der 2026 häufiger zu sehen sein wird, ist Teal – ein Blaugrün zwischen kühler Tiefe und natürlicher Wärme.
„Mit Teal kommt 2026 eine Farbe auf die Bühne, die beides kann: auffallen und entspannen. Das Blaugrün liegt zwischen kühler Tiefe und natürlicher Wärme – wie Ozeanwasser mit einem Hauch Wald“, sagt Silvia Reddmann von Erismann.
Sie ergänzt: „Dadurch wirkt Teal modern, hochwertig und wohnlich. In großen Flächen bringt es Ruhe und Eleganz, als Akzent sorgt es für zeitgemäße Frische. Kombiniert mit hellen Naturtönen entsteht Leichtigkeit; mit Gold, Schwarz oder dunklem Holz zeigt Teal seine luxuriöse Seite. Der Trend passt perfekt zu organischen Formen, grafischen Mustern und strukturierten Oberflächen.“

Der Klassiker bleibt unverzichtbar
Neben den zahlreichen gestalterischen Möglichkeiten bleibt auch ein Klassiker weiterhin präsent: die Raufasertapete. Für viele Betriebe gehört sie nach wie vor zum Alltag. Frank Seemann, Marketingleiter bei Erfurt & Sohn, sieht darin weiterhin großes Potenzial – auch mit Blick auf praktische Lösungen für den Arbeitsalltag: „2026 bringt Erfurt & Sohn spannende Lösungen, die den Arbeitsalltag spürbar erleichtern. Unsere Raufaser und Vlies-Raufaser zum Beispiel meistern als ‚Geländetapete‘ selbst kritische Untergründe und sorgen für zuverlässige Ergebnisse.“
Fazit
Die Tapetentrends des Jahres 2026 zeigen eine große Bandbreite: von ruhigen Naturmotiven über strukturierte Oberflächen bis hin zu gezielten Farbakzenten. Gleichzeitig rückt die Wand stärker als eigenständiges Gestaltungselement in den Fokus. Für Malerbetriebe eröffnet das vielfältige Möglichkeiten – von ausdrucksstarken Akzentwänden bis zu funktionalen Lösungen im Alltag.
Hersteller im Überblick (externe Links):
www.as-creation.de
www.marburg.com
www.erismann.de
www.erfurt.com

